Ab in die Freiheit!? Als Azubi bei den Eltern ausziehen

Eine eigene Wohnung? Oder lieber zu Hause wohnen bleiben? Wie du diese Entscheidung triffst

Ab in die Freiheit!? Als Azubi bei den Eltern ausziehen

Vielleicht lebst du in Süddeutschland und träumst davon, eine Ausbildung auf einer Nordseeinsel zu machen. Oder du lebst in einem kleinen Dorf und deinen Wunschausbildungsplatz gibt es nur in der Stadt. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, für deine Ausbildung auszuziehen? Wir erklären dir, was du zu diesem Thema wissen musst.

Ausziehen: Soll ich oder soll ich nicht?

Nicht jeder bekommt einen Ausbildungsplatz in seinem oder zumindest nah an seinem jetzigen Wohnort. Einige Auszubildende möchten das auch gar nicht und sind froh, eine neue Stadt kennenzulernen. Wie ist das bei dir? Damit du ein paar Argumente kennst, haben wir für dich die positiven und die negativen Seiten des Ausziehens aufgelistet.

Was für einen Auszug spricht

  • Bessere Chancen auf deine Wunschausbildung: Manche Ausbildungsberufe werden in Deutschland nur an bestimmten Orten angeboten. Für einige Berufe gibt es auch nur sehr wenige Berufsschulen. Wenn du eine Ausbildung in deinem Traumberuf machen möchtest, bleibt dir manchmal nur, diesen Möglichkeiten „hinterherzuziehen“.
  • Frühe Selbstständigkeit: Durch einen Umzug lernst du früh (und auch früher als andere in deinem Alter), für dich selbst zu sorgen. Du kümmerst dich um vieles, was früher vielleicht deine Eltern übernommen haben, zum Beispiel Essen kochen, Wäsche waschen oder einkaufen. Das ist manchmal anstrengend. Aber es ist auch ein tolles Gefühl, die Dinge selbst zu erledigen.
  • Bessere Unterstützung: Nicht mehr bei den Eltern zu wohnen, kostet mehr Geld. Weil dein Ausbildungsbetrieb und der Staat das wissen, bekommst du Unterstützung: Du bekommst Kindergeld und kannst Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Mehr Informationen dazu findest du hier.
  • Pluspunkte auf dem Arbeitsmarkt: Wenn du einen ganz bestimmten Wunschberuf hast, nimmst du dafür vielleicht lange Fahrten oder sogar einen Umzug in Kauf. Das kommt bei Arbeitgebern gut an, denn du zeigst Motivation und Einsatz.

Was gegen einen Auszug spricht

  • Hohe Kosten: Nicht mehr zu Hause wohnen kostet meist mehr Geld. Du musst den Umzug und die Miete bezahlen, vielleicht neue Möbel kaufen. Das kann trotz Unterstützung schwierig sein, besonders, wenn du eine geringe Ausbildungsvergütung bekommst.
  • Alles ist neu: Nicht nur der Betrieb und die Stadt sind neu, sondern auch dein soziales Umfeld. Es dauert eine Zeit, bis du dich in der neuen Stadt auskennst und Freunde gefunden hast, mit denen du etwas unternehmen kannst.
  • Weite Wege: Deine Freunde und Familie siehst du, je nachdem, wie weit du wegziehst, nicht mehr so oft wie vorher. Vielleicht bist du auch in einem Sportverein oder einer anderen Gruppe. Das musst du bei einem Umzug eventuell aufgeben.

Wie soll ich mich entscheiden?

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du für deinen Traumberuf wegziehen möchtest, solltest du dir ein paar Fragen stellen:

  • Falls du für deinen Traumberuf umziehen müsstest: Wie wichtig ist es dir, diesen Beruf auszuüben?
  • Könntest du mit einem Kompromiss leben, wenn du dafür zu Hause bleiben könntest?
  • Hast du Lust darauf, dein Leben selbst zu organisieren?
  • Hast du Lust darauf, dein gewohntes Umfeld zu verlassen?
  • Wie weit ist der Weg zu deinen Freunden und deiner Familie? Welche Entfernung wäre maximal okay für dich?

Und wie sehen das die Unternehmen?

Unternehmen legen immer mehr Wert auf Mobilität. Viele Betriebe und vor allem große Firmen erwarten dies mittlerweile von ihren Angestellten, denn Flexibilität wird im Berufsleben immer wichtiger. Aber: Niemand muss für eine Ausbildung umziehen. Es ist auch okay, wenn du für dich erstmal die Entscheidung triffst, in deinem Heimatort zu bleiben. Falls du dich aber für einen weiter entfernten Ausbildungsort bewirbst, solltest du in deiner Bewerbung erwähnen, dass du zu einem Umzug bereit bist. Das fällt positiv auf und erhöht vielleicht sogar deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.

Wie geht es weiter?

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