Alles so teuer? Wie du dein Studium finanzieren kannst

Ob Geld von den Eltern, BAföG, Nebenjob, Stipendium oder Kredit: Was du wissen solltest

Alles so teuer? Wie du dein Studium finanzieren kannst

Das (Fach-)Abitur hast du erfolgreich hinter dich gebracht, einen Studienplatz bekommen – jetzt kann es mit dem neuen Leben als Student losgehen. Damit das Ganze auch finanziell auf sicheren Beinen steht, haben wir für dich alle Infos zum Thema Finanzierung zusammengestellt.

Geld von den Eltern

Deine Eltern sind grundsätzlich verpflichtet, dich während deines Studiums zu unterstützen, allerdings nur bis zu deinem ersten Studienabschluss. Das ist bei den meisten der Bachelor-Abschluss. Wie viel Geld dir von deinen Eltern zusteht, hängt davon ab, wieviel sie verdienen. Die Höhe des Geldes richtet sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Darin steht, wie viel Unterhalt wem zusteht. Bei Studenten wird davon ausgegangen, dass sie monatlich 670 Euro zum Leben brauchen. Dass das nicht ganz hinkommt, zeigt das Ergebnis einer Studie des Studentenwerks, nach der Studenten monatliche Ausgaben von 794 Euro haben. Viele Studenten schließen diese Lücke mit Nebenjobs.

Nebenjobs

65 Prozent der Studenten haben einen Nebenjob. Manche arbeiten in einer Kneipe, andere als Hilfskraft an der Uni oder als Werkstudent bei einem Unternehmen. Je nachdem, wo du neben deinem Studium arbeitest, kann der Job dir auch für später nützlich sein.
Wenn du einen Minijob hast und im Monat nicht mehr als 450 Euro bekommst, zahlst du zwar keine Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung, musst aber einen Beitrag zur Rentenversicherung leisten. Wenn du das nicht möchtest, kannst du dich von dieser Pflicht befreien lassen, dann zahlt nur dein Arbeitgeber seinen gesetzlichen Beitrag. Dann hast du aber auch später einen geringeren Anspruch. Verdienst du im Monat mehr als 450 Euro, kannst du dich nicht befreien lassen und zahlst den Rentenversicherungsbeitrag wie jeder andere Arbeitnehmer auch.

Du solltest generell aufpassen, dass dein Studium deine Hauptbeschäftigung bleibt: Als Student darfst du maximal 20 Stunden pro Woche oder 182 Tage im Jahr arbeiten, sonst verlierst du deinen Studentenstatus. Als Student musst du, wenn du arbeitest, keine Sozialversicherungsbeiträge (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung) bezahlen, als Arbeitnehmer schon. Deshalb solltest du immer darauf achten, dass du nicht über diese Grenzen kommst.

BAföG

BAföG ist die Abkürzung für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Mit diesem Geld fördert der Staat derzeit etwa jeden dritten Studenten. Ob du BAföG bekommst, hängt unter anderem davon ab, wieviel Geld deine Eltern verdienen. Im Internet gibt es mehrere BAföG-Rechner, die dir einen Anhaltspunkt geben können. Ganz genau weißt du es nur, wenn du einen Antrag stellst. Übrigens: Auch für ein Studium im Ausland oder ein Auslandssemester kannst du BAföG beantragen. Monatlich kannst du bis zu 670 Euro bekommen. Die Hälfte des Geldes schenkt dir der Staat, die andere Hälfte leiht er dir, ohne dafür Zinsen zu verlangen. Dieses Geld musst du nach deinem Studium zurückzahlen, allerdings nur bis zu einem Maximalbetrag von 10.000 Euro. Hast du mehr Schulden, musst du trotzdem nie mehr als 10.000 Euro zurückzahlen. Den BAföG-Antrag musst du spätestens zu Beginn des ersten Semesters stellen. Informier dich am besten direkt bei deiner Hochschule. Noch genauere Informationen zu diesem Thema findest du hier.

Stipendien

In Deutschland gibt es Hunderte von Anbietern von Stipendien. Vielleicht hast du schon mal von der Studienstiftung des deutschen Volkes oder der Friedrich-Ebert-Stiftung gehört? Sie gehören zu den bekannteren Anbietern von Stipendien. Es gibt aber auch kleinere Stiftungen, die nur Studenten bestimmter Fachrichtungen fördern. Hier findest du eine Übersicht über viele Stipendien. Übrigens: Du musst nicht für jedes Stipendium ein Einser-Abitur haben. Viele Stiftungen legen größeren Wert auf gesellschaftliches Engagement als auf perfekte Noten.

Kredit

Nur wenige Studenten finanzieren sich komplett über einen Kredit. Denn im Gegensatz zum BAföG muss dieser komplett zurückgezahlt werden, inklusive Zinsen. Deshalb solltest du erst alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten abchecken, bevor ein Kredit infrage kommt. Manchmal kann geliehenes Geld eine Möglichkeit sein, die letzten Monate des Studiums zu überbrücken, wenn für den Nebenjob die Zeit fehlt oder kein Kindergeld mehr gezahlt wird. Auf jeden Fall solltest du dich, bevor du einen Vertrag unterschreibst, gut informieren und dich bei verschiedenen Banken beraten lassen. Vielleicht bietet deine Uni auch eine Finanzberatung an, an die du dich wenden kannst.

Wie geht es weiter?

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