Auf zum Bund: Alle Infos zum Freiwilligen Wehrdienst

Hier erfährst du, was dich erwartet und wie das Bewerbungsverfahren abläuft

Auf zum Bund: Alle Infos zum Freiwilligen Wehrdienst

„Stillgestanden! Augen rechts!“ Seit 2011 hören diesen Befehl nur noch Freiwillige, denn die Wehrpflicht und der damit verbundene Grundwehrdienst sind ausgesetzt. Wenn du Lust hast, dich freiwillig zu melden, bist du bei der Bundeswehr herzlich willkommen. Wir sagen dir, was du zum Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr wissen musst.

Freiwilliger Wehrdienst – was ist das eigentlich?

Der Freiwillige Wehrdienst bietet dir einen Einblick in die Arbeit und das Leben eines Soldaten. Du verbringst einige Zeit bei der Bundeswehr und lebst in einer Kaserne zusammen mit anderen Wehrdienstleistenden beziehungsweise Rekruten in einem Zimmer. Männer und Frauen werden in dieser Zeit übrigens getrennt voneinander untergebracht.

Wie lange du den Wehrdienst leisten möchtest, kannst du dir selbst aussuchen. Möglich sind maximal 23 Monate. Wenn du zwölf Monate oder längere Zeit bleibst, verpflichtest du dich auch zu Auslandseinsätzen und kannst deutschlandweit in eine andere Kaserne versetzt werden. Du hast während deines Wehrdienstes einen Anspruch auf Urlaub und die Wochenenden sind in der Regel frei. Wenn du merkst, dass die Bundeswehr nicht das Richtige für dich ist, kannst du in den ersten sechs Monaten jederzeit vom Dienst zurücktreten. Es gefällt dir gut und du möchtest dich nach dem Wehrdienst verpflichten? Dann lies in unserer Ausbildungsbeschreibung zum Soldaten und/oder Feldwebel, welche weiteren Möglichkeiten du hast!

Was mache ich bei der Bundeswehr?

In deiner dreimonatigen Grundausbildung bei der Bundeswehr lernst du bei deinem Wehrdienst zum Beispiel, wie der militärische Gruß aussieht, wie du eine Waffe bedienst oder wie ein Wachdienst abläuft. Außerdem beschäftigst du dich mit den Rechten und Pflichten von Soldaten, erfährst, wie du dich im Einsatz verhältst und wie du Erste Hilfe leistest. Nach deiner Grundausbildung wirst du in einem speziellen Bereich eingesetzt, zum Beispiel bei der Luftwaffe, der Marine oder den Bodentruppen im Heer. Im Heer liegt der Schwerpunkt in der Schieß- und Gefechtsausbildung. Innerhalb der Luftwaffe erhältst während der Zeit bei der Bundeswehr du Grundkenntnisse über die Aufgaben und Einsatzgebiete dieses Teils der Truppe. Die Marine bietet dir einen Einblick in Einsätze auf Schiffen und Booten während der Seefahrten.

Außerdem kannst du in den Sanitätsdienst einsteigen oder die Streitkräftebasis unterstützen. Die Streitkräftebasis ist die Organisationseinheit der Bundeswehr. Sie unterstützt die Soldaten in verschiedenen Bereichen und sorgt zum Beispiel dafür, dass im Einsatz genügend Fahrzeuge vor Ort sind. Außerdem gehören die Feldjäger zur Streitkräftebasis.

Muss ich für den Wehrdienst bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Für deinen Einsatz im Wehrdienst der Bundeswehr musst du die deutsche Staatsangehörigkeit haben, mindestens 1,55 Meter groß sein und ein Mindestalter von 17 Jahren haben. Außerdem solltest du körperlich fit sein und nicht jeden Befehl infrage stellen. Dein freiwilliger Einsatz und die damit verbundene Ausbildung bieten dir die Möglichkeit herauszufinden, ob du dir eine Karriere als Soldat bei der Bundeswehr vorstellen kannst.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Du kannst dich bei der Bundeswehr über deine Ausbildungsmöglichkeiten informieren und eine Karriereberatung in Anspruch nehmen. Das heißt, du vereinbarst einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Karriereberater. Nach diesem Gespräch stellst du eine Bewerbungsmappe zusammen. Eine Liste für die benötigten Unterlagen und den Zugang zu einem Onlinebewerbungsportal findest du direkt auf der Webseite der Bundeswehr. Nun beginnt das Auswahlverfahren. Du wirst zu einem Eignungstest, der sogenannten Musterung, eingeladen. Dort wirst du von einem Arzt untersucht und machst einen Test am Computer. Es werden dein Hör- und Sehvermögen, deine Reaktionsfähigkeit sowie dein logisches Denkvermögen überprüft. Wenn du geeignet bist, erhältst du anschließend eine schriftliche Aufforderung zum Dienstantritt. Dann erfolgt die Zeit der Grundausbildung, früher bekannt als Grundwehrdienst.

Wovon lebe ich während des Wehrdienstes?

Du erhältst eine monatliche Vergütung zwischen 837 Euro und 1.206 Euro, die sich nach deiner Wehrzeit richtet. Die ersten drei Monate gelten dabei als allgemeine Wehrdienst-Grundausbildung (AGA). Da du in der Kaserne lebst, ist für Unterkunft und Verpflegung gesorgt. Es gibt Truppenärzte, von denen du gratis behandelt wirst. Deine Dienstkleidung und deine Ausrüstung stellt dir die Bundeswehr. Für bestimmte Tätigkeiten und für Auslandseinsätze erhältst du Sonderzahlungen. Während des Wehrdienstes bist du renten- und sozialversichert, Kindergeld wird nicht mehr gezahlt.

Und wenn ich Heimweh habe?

Keine Sorge, das ist ganz normal. Das kennen viele, die gerade bei ihren Eltern ausgezogen sind. Du bekommst einen Ausweis, mit dem du am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren kannst. Wenn du einen sehr weiten Weg hast, für den der Ausweis nicht gilt, bekommst du bis zu fünf Mal im Monat die Fahrtkosten erstattet. Du hast also genug Gelegenheit, deine Familie und Freunde während deiner Grundausbildung und dem Wehrdienst zu besuchen.

Und jetzt?

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