Berufe im Labor

Im Kittel zum Traumjob: Diese Berufe gibt es im Labor

Berufe im Labor

Bereits als Kind hast du deinen Chemiebaukasten innig geliebt? Forschen, prüfen, experimentieren – dafür schlägt dein Herz? Laborumgebungen machen dir keine Angst, sie inspirieren dich eher? Dann ist ein naturwissenschaftlicher Beruf im Labor wahrscheinlich die richtige Wahl für dich 

Die Möglichkeiten, in einem Labor tätig zu werden, sind breit gefächert. Das fängt bei Berufen wie Chemielaboranten an und geht bis zum Zahntechniker. Laborarbeit fällt an, wenn Labortechnik, Prüfgeräte, Chemikalien und andere Stoffe zum Einsatz kommen – viele Branchen benötigen daher ein Labor und entsprechendes Fachpersonal. Schau dir an, welche Berufe im Labor es gibt, welche Unterschiede es zwischen ihnen gibt und was du mitbringen solltest.

Laborberufe: Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

So unterschiedlich verschiedene Berufe im Labor auch sind - ein paar Gemeinsamkeiten haben sie doch. Deshalb haben wir für dich eine kleine Checkliste gemacht, die du genau anschauen solltest, wenn du überlegst, ein Studium in diesem Bereich zu machen oder dich für eine Ausbildung zu bewerben.

  • Mag ich Naturwissenschaften? Chemie, Biologie, Physik und Mathematik sollten Schulfächer sein, die du einigermaßen magst. Du musst kein totaler Crack in allen diesen Fächern sein, aber du solltest keine grundsätzliche Abneigung gegen Naturwissenschaften haben.
  • Arbeite ich sorgfältig? Im Labor ist sorgfältiges Arbeiten extrem wichtig. Oft hantierst du mit gefährlichen Stoffen, bei denen minimale Mengenveränderungen eine chemische Reaktion komplett verändern können. Deine Arbeit musst du nicht nur präzise ausführen, sondern auch sorgfältig dokumentieren. Das ist nicht für alle das Richtige. Deshalb frag dich, ob du dir diese Art der Arbeit vorstellen kannst.
  • Bin ich geduldig? Je nach Art des Laborberufs kann es sein, dass du bestimmte Aufgaben immer wieder ausführen musst. Untersuchung vorbereiten, durchführen, dokumentieren. Das alles nach einem strengen Plan, von dem du nicht abweichen darfst, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Hier solltest du dich selbstkritisch fragen: Kann ich so arbeiten? Oder würde mich das langweilen oder anstrengen?
  • Habe ich gesundheitliche Einschränkungen? Wenn du Allergien hast, solltest du dich bei bestimmten Laborberufen vorher informieren, ob sie für dich in Frage kommen. Auch, wenn du beispielsweise aufgrund von gesundheitlichen Problemen deine Hände nicht ruhig halten kannst, solltest du vorher genau prüfen, ob ein Laborberuf für dich in Frage kommt. Es gibt noch viele andere spannende Berufe in den Naturwissenschaften, die dann für dich eher in Frage kommen könnten.

Unsere Empfehlung: Teste mit einem Praktikum, ob ein Laborberuf zu dir passt, bevor du dich auf die Suche nach einem Studienplatz oder Ausbildungsplatz machst.

Berufe im Labor mit Studium

Bei Laborarbeit denken viele an Studiengänge wie Chemie oder Biologie. Wusstest du aber, dass auch angehende Zahnmediziner und Pharmazeuten oder Biologen viel im Labor arbeiten? Je nach Studiengang liegt dein Schwerpunkt etwas anders, überschneidet sich aber auch mit den anderen Studiengänge. So müssen angehende Apotheker während ihres Studiums auch Prüfungen in Chemie und Biologie absolvieren.

Wie finde ich das passende Studium für einen Laborberuf?

Bei der Wahl eines passenden Studiengangs kommt es daher besonders darauf an, was du später damit machen möchtest. Unser Tipp: Informiere dich zunächst auf blicksta über die verschiedenen Studienmöglichkeiten. Kannst du dir dann einen Bereich, zum Beispiel Chemie, besonders gut vorstellen, versuch, einmal reinzuschnuppern. Vielleicht bietet eine Uni in deiner Nähe einen Tag der offenen Tür an oder du kennst jemanden, der Chemie studiert. Auch sehr hilfreich sind die Fachschaften der jeweiligen Unis, bei denen du ebenfalls nachfragen kannst.

Studiengang Medizin und Zahnmedizin

Beim Studiengang Medizin denken viele zuerst an den Beruf Arzt. Allerdings kannst du nach deinem Studium auch im Labor tätig werden und in die Forschung gehen. Zum Beispiel, wenn es um die Erforschung neuer Arzneimittel geht. Das gleiche gilt auch für Zahnmediziner. Sie können natürlich als Zahnärzte in einer Praxis arbeiten - aber auch in die Forschung gehen.

Studiengang Pharmazie

Auch Pharmazeuten können später in der Entwicklung und Erforschung von neuen Arzneimitteln arbeiten. Nicht alle, die das Studium abgeschlossen haben, arbeiten danach auch in einer Apotheke. Als Absolvent kannst du dich auch bei Pharmaunternehmen und Forschungsinstituten bewerben und dort im Labor arbeiten.

Studiengang Chemie und Lebensmittelchemie

Der Klassiker unter den Berufen, die man allgemein mit Laborberufen verbindet, ist das Chemiestudium. In allen Bereichen der Chemie geht es um die Analyse und Weiterentwicklung von Stoffen. Im Bereich Lebensmittelchemie prüfst du zum Beispiel die Sicherheit von Zusatzstoffen, die ein Produkt haltbarer machen. Oder du analysierst, ob eine Verpackung für ein bestimmtes Lebensmittel geeignet ist oder eventuell unter bestimmten Bedingungen gefährliche Stoffe freigesetzt werden.

Studiengang Biochemie

Als Student oder Studentin der Biochemie bist du interdisziplinär tätig: Das heißt, du bist an der Schnittstelle zwischen den Fächern Chemie, Biologie und Medizin tätig. Du beschäftigst dich zum Beispiel mit neuen Wirkstoffen von Arzneimitteln und analysierst diese in oft aufwändigen Laboruntersuchungen.

Studiengang Biologie

Biologen können in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig werden. Sie untersuchen zum Beispiel die Wechselwirkungen zwischen Menschen und Umwelt und erforschen, wie sich die Landwirtschaft auf bestimmte Tier- und Pflanzenarten auswirkt. Auch hier kannst du viel im Labor, aber auch an der frischen Luft arbeiten.

Ausbildungsberufe im Labor

Du möchtest lieber eine Ausbildung machen? Oder bist dir noch nicht sicher? (Finde mit unserem Orientierungstest heraus, ob Studium, duales Studium oder Ausbildung am besten zu dir passt). Es gibt sehr viele Berufe, bei denen du meistens oder ab und zu im Labor arbeitest. Schau dir an, was am besten zu dir passt.

Biologielaborant

Als Biologielaborant bist du zum Beispiel in der medizinischen und biologischen Forschung oder der angewandten Medizin tätig. Du untersuchst die Zellen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen auf ihre Struktur und ihren Aufbau. So wirkst du beispielsweise daran mit, Wirkstoffe für Arzneimittel zu entwickeln oder zu verbessern. Teilweise arbeitest du auch mit Schädlingen und/oder Parasiten. Du siehst: Sorgfalt ist für jeden Laboranten und jede Laborantin extrem wichtig. Das gilt für die Arbeit an sich, aber auch für die Hygiene und Desinfektion von zum Beispiel deiner Arbeitskleidung.

Biologisch-technischer Assistent

Wenn wir Leitungs- oder Mineralwasser trinken, gehen wir davon aus, dass wir uns etwas Gutes tun - und keine schädlichen Bakterien zu uns nehmen. Und wer kontrolliert das? Unter anderem biologisch-technische Assistenten. In diesem Beruf führst du Laboruntersuchungen mit pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Stoffen wie zum Beispiel Bakterien oder Viren durch. Deine Proben nimmst du manchmal selbst in der Natur, zum Beispiel, wenn ein Fluss verunreinigt ist, weil jemand illegal Gülle dort entsorgt hat. Du weißt, welche schädlichen Bakterien es gibt, wie sie unter dem Mikroskop aussehen und wie sie bekämpft werden können.

Chemielaborant

Als Chemielaborant liegt dein Schwerpunkt im Bereich Kosmetika, Farben, Lacke oder auch Lebensmittel. Denn egal, ob es um Haare färben oder Autolacke geht - überall geschehen chemische Reaktionen. Du lernst in deiner Ausbildung, wie sich Chemikalien unter bestimmten Bedingungen verhalten und bist dabei, wenn neue Produkte entwickelt werden. Auch an Hochschulen kannst du als Laborant oder Laborantin arbeiten.

Chemisch-technischer Assistent

Als Chemisch-technischer Assistent untersuchst du Stoffe auf ihre Bestandteile. Dabei testest du nicht nur Lebensmittel, sondern auch Boden-, Wasser- oder sogar Luftproben. Ähnlich wie der Biologielaborant untersuchst du zum Beispiel Proben aus Gewässern oder Erde, bei denen vermutet wird, dass sie verunreinigt sind.

Gesundheitsaufseher

Gesundheitsaufseher arbeiten bei Gesundheitsbehörden wie dem Gesundheitsamt oder auch im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Sie kontrollieren öffentliche Einrichtungen und private Unternehmen und schauen, ob sie gesetzliche Hygienevorschriften einhalten. Zum Beispiel gehen sie in Kindergärten oder Imbisse und nehmen in den Küchen Proben. Diese werten sie im Labor aus. Wichtig ist die Arbeit von Gesundheitsaufsehern auch im Krankenhaus: Bestimmte Keime können für geschwächte Patienten lebensgefährlich werden.

Lacklaborant

Als Lacklaborant stellst du im Labor Lacke für alle möglichen Einsatzgebiete her. Vom Auto über Möbel bis zum Flugzeug: Überall werden Lacke für ganz unterschiedliche Gebiete gebraucht. Du stellst sie her, prüfst, ob sie allen Anforderungen gerecht werden und entwickelst sie weiter.

Pharmakant

Als Pharmakant bist du dabei, wenn Medikamente wie Salben, Tabletten oder auch Impfstoffe hergestellt werden. Du prüfst die Inhaltsstoffe auf ihre Zusammensetzung und prüfst, ob die strengen Vorschriften für Medikamente eingehalten werden. Wie schon geschrieben: Sorgfalt und Genauigkeit ist in diesem Beruf sehr wichtig.

Pharmazeutisch-technischer Assistent

Als Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA) arbeitest du oft in Apotheken. Deinen Arbeitstag verbringst du teilweise im hauseigenen Labor der Apotheke, wo du zum Beispiel Salben herstellst. Du berätst aber auch Kunden, die ein Rezept einlösen oder eine neue Creme testen wollen. Außerdem kümmerst du dich gemeinsam mit den Apothekern um die Lagerbestände. Dazu gehören neben "normalen" Medikamenten auch gefährliche Substanzen wie starke Schmerzmittel, deren Bestand du exakt dokumentieren musst.

Physikalisch-technischer Assistent

Als Physikalisch-technischer Assistent (PhyTA) unterstützt du Physiker und Ingenieure bei ihrer Arbeit. Du führst Versuche und Messungen durch und dokumentierst sie. Auch hier kommt es auf Genauigkeit an - denn minimale Unterschiede sind oft schon bedeutend für die weitere Arbeit. Wenn du Physik und Mathematik magst, könnte diese Ausbildung genau richtig für dich sein.

Werkstoffprüfer

Als Werkstoffprüfer testest du Materialien auf ihre Qualität. Du findest heraus, was passiert, wenn man Stoffe erhitzt, stark abkühlt oder sie spannt. So sorgst du dafür, dass die Materialien genau die Anforderungen erfüllen, die sie erfüllen sollen. Ist das nicht der Fall, schaust du, ob der Fehler behoben werden kann. Schließlich kann ein Plastikteil, das zu schnell bricht, ein großes Sicherheitsrisiko darstellen - zum Beispiel bei einem Kinderwagen oder einem Rollator. Dein Job ist sehr vielfältig, da es ganz viele Bereiche gibt, in denen Tests erforderlich sind. Deshalb kannst du dich während der Ausbildung spezialisieren.

Zahntechniker

Als Zahntechniker stellst du Zahnersatz wie Kronen, Brücken, Implantate oder Zahnspangen her. Nach einem Abdruck, den du vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden bekommst, erarbeitest du den Zahnersatz so, dass er nicht drückt und genau passt. Dabei verwendest du Materialien wie Gips, Keramik, Titan oder Gold.

Baustoffprüfer: Auf deinen Rat kann man bauen

Zum Schluss stellen wir dir einen Laborberuf vor, den es in Deutschland gibt, von dem du vermutlich noch nie gehört hast: Baustoffprüfer arbeiten zwar regelmäßig im Labor, aber auch genauso oft an der frischen Luft. Sie prüfen zum Beispiel, ob an einer bestimmten Stelle ein Haus gebaut werden kann. Wie ist der Boden beschaffen? Könnte das Gelände abrutschen? Welche Baumaterialien müssen verwendet werden? All das gehört zu deinen Aufgaben als Baustoffprüfer.

Welcher Laborberuf passt am besten zu mir?

Wenn du dir unsicher bist, welches Studium oder welche Ausbildung in den Naturwissenschaften und im Labor gut zu dir passen könnte, haben wir ein paar Tipps:

  • Mach den blicksta-Berufstest. Danach bekommst du dein Matching, das dir zeigt, welcher Beruf am besten zu deinen Interessen passt. So wird die Suche nach dem passenden Beruf einfacher.
  • Teste Berufe mit einem Praktikum. So bekommst du einen ganz genauen Einblick in den Beruf und siehst, was dir gefällt und was nicht. Und : Du nimmst Kontakt zu Unternehmen auf, bei denen du dich später vielleicht für eine Ausbildung bewerben kannst.
  • Du möchtest einfach noch ein bisschen stöbern? Schau dir an, welche anderen Berufsgruppen wir vorgestellt haben.
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