Berufe mit Fußball

Vom Spieler bis zum Marketing-Profi: Diese Berufe haben mit Fußball zu tun

Berufe mit Fußball

Wenn ein großes Turnier wie die Fußball-EM stattfindet, fiebern Millionen von Zuschauern vor dem Fernseher oder in den Stadien mit. Du wärst auch gern beruflich nah dran an Toni Kroos, Mats Hummels und Karim Bellarabi? Rund 110.000 Menschen leben in Deutschland von der Wirtschaftssparte Profifußball. Ob Schiedsrichter, Fanbeauftragter, Mitarbeiter im Ticketverkauf: Fußball-Jobs gibt es für ganz unterschiedliche Talente. 

Direkt am Ball: die Profis

Vorab: Die Allerwenigsten schaffen es nach ganz oben und kicken bei Bundesligaspielen oder gar der Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften. Dich reizt das Feld trotzdem? Profispieler sind heute immer jünger und immer erfolgreicher. Die großen Clubs investieren so viel Geld wie nie zuvor in Jugend, Amateure und Leistungszentren, rund 120 Millionen Euro allein in der Saison 2013/14.

Heute Nachwuchsstar, morgen Superstar?

Talentierte Newcomer wie Leroy Sané, 20, Julian Weigl, 21, Bernd Leno, 24, oder Joshua Kimmich, 21, wurden bereits früh entdeckt und gefördert. Der Großteil von ihnen kam bereits als Kind zum Ball und kletterte von der Mini-Stufe eines Ortsvereins bis in die Leistungszentren des Deutschen Fußballbunds (DFB). 

Du spielst selbst, trainierst oft, möchtest dabei sein? Als Grundvoraussetzung gilt ein früher Start in einem soliden Fußballclub. Hier sichten sogenannte DFB-Scouts („Späher“) flächendeckend und früh den Nachwuchs. Hoffnungsvolle Jungtalente und Perspektivspieler einer Region werden in einem von deutschlandweit 52 Leistungszentren des DFB gefördert. Neben der Schule spielen sie Fußball auf Leistungssportniveau und leben daher meist im Internat. In der Saison 2013/2014 waren 5.601 Kinder und Jugendliche der Altersklassen U12 bis U23 in der Ausbildung in Leistungszentren. Eine Karrieregarantie ist das aber nicht. Von den wenigen, die es zum Jugendnationalspieler bringen, landen nur fünf Prozent in der Bundesliga. Daher wird im Profifußball so viel Wert auf einen guten Schulabschluss gelegt. Mittlerer Schulabschluss und (Fach-)Abitur sind normal - das zeigen Mario Götze, Bernd Leno oder Thomas Müller. Gut, dass es noch viele andere Fußballberufe gibt!

Buchtipp gefällig? „Traumberuf Fußballprofi“ der Sportjournalisten Thomas Tamberg und Jörg Runde, „Nachspielzeit“ von Ex-Bayern-Profi Timo Heinze.

Schiri oder Trainer?

Du hast schon Kinder- oder Jugendgruppen im Fußballverein betreut oder in der Freizeit begleitet? Werde doch Fußballtrainer mit DFB-Lizenz. Ein Lehrgang dazu steht dir offen, wenn du Mitglied in einem Fußballverein bist, der zum Deutschen Fußballbund (DFB) gehört. Du absolvierst verschiedene Lizenzen (C, B, A) und eine weitere Ausbildung zum Fußball-Lehrer. Erst dann rückt möglicherweise die Bundesliga in den Blick. 

Schiedsrichter müssen fit sein

Du möchtest Schiedsrichter werden? Schiedsrichter üben ihre Tätigkeit in der Regel nebenberuflich aus. Sie werden in mehreren Lehrgängen ausgebildet und starten oft schon mit 12 bis 14 Jahren als Schiri im örtlichen Fußballverein. Voraussetzungen für den Job: eine körperliche Fitness auf dem Niveau der Ballprofis, eine hohe Auffassungsgabe, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und persönliche Reife. Die „Unparteiischen“ auf dem Platz brauchen Mut und müssen gut mit Stress umgehen können. Das gilt vor allem für Großevents wie die Europameisterschaft 2016. 

Wichtige Menschen im Hintergrund: Therapeuten und Trainer

Auch das Leistungszentrum eines Bundesligavereins bietet dir spannende berufliche Einstiegsmöglichkeiten: Hier sind Sportärzte, Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Fitnesstrainer und Psychologen für den Fußballnachwuchs da, fördern Athletik und Konstitution. Als einer dieser Experten bist du für das Wohlergehen der Sportler, für Prävention und Rehabilitation verantwortlich. Du hast gesundheitliche Beschwerden im Blick, trainierst sie körperlich und unterstützt Heilungsprozesse. Wichtige Personen an den Leistungszentren sind auch Sozialpädagogen: Als solcher begleitest du Nachwuchsspieler durch ihr alltägliches Leben neben dem Sport. Zentrale Funktionen im Leistungsfußball setzen ein Studium voraus, etwa Sportwissenschaft, Medizin mit Weiterbildungsstudium Sportmedizin, Ernährungswissenschaften oder Psychologie mit Schwerpunkt Sport.

Hier findest du weitere Infos: McKinsey, Studie „Wachstumsmotor Bundesliga“ 2015.

Das Image ist alles: Marketing- und Verkaufsprofis

Große Vereine brauchen neben dem Spielerfolg Menschen, die sich um Finanzen und Organisatorisches kümmern. Sie beschäftigen aber auch Experten für ihre Außenwirkung. Vor allem Großveranstaltungen wie eine Europameisterschaft sind ein Kraftakt für das Drumherum. Dann geht es in großem Stil um Firmenlogos auf den Spielertrikots oder im Stadion auf Banden oder um Fanmaterial. 

Fußballfans betreuen

Gezielte Maßnahmen im Marketing und Merchandising (Verkaufsförderung) des Profifußballs bringen den Fußball gezielt unters Volk. Dazu gehört die Vernetzung zwischen Fußballverein und Unternehmen. Auch die Fans eines Vereins sind von enormer Bedeutung. In jedem Bundesligaverein arbeiten deshalb Fanbeauftragte, also Mitarbeiter in der Fanbetreuung. Sie organisieren Fanclubtreffen oder Fanclubturniere und entwickeln Maßnahmen, wenn Fans auffällig werden und Probleme entstehen. 

Weitere Tätigkeitsfelder finden sich in der Stadion-Vermarktung, im Betrieb von Shops und Ticketshops, in der Gastronomie und im Sponsoring. Eine kaufmännische Ausbildung (etwa Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation), eine Ausbildung im Eventmarketing/–management oder im Einzelhandel ebnen dir den Einstieg. 

Praktikum im Fußballverein

Als Studium eignen sich die Fächer BWL, Sportmanagement oder Sportökonomie oder (im Fanbereich) Sozialpädagogik. Ergänzt wird das Studium durch Praktika bei kleinen und großen Fußballvereinen. Praktika und Einstiegsmöglichkeiten bieten dir daneben Sportmarketingagenturen, Verbände und die Sponsoren der Vereine, häufig Sportartikelhersteller. 

Übrigens: Die Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg und SpVgg Greuther Fürth bieten Studiengänge auf einem eigenen Campus an: ein privates Wirtschaftsstudium mit Vertiefung Sportbusiness (Bachelor oder Master) oder ein Weiterbildungsstudium in Fußball Management bzw. Sportbusiness Management. Das Angebot richtet sich an alle – auch an Profispieler, die sich um ihr Leben neben oder nach dem Fußball kümmern.

Medien: Vom Stadion bis an den PC 

Sicher kennst du Sportjournalisten wie Gerhard Delling oder Ex-Profi Oliver Kahn. Sie sind Gesichter des Fußballs nach außen. Sportjournalisten arbeiten aber nicht nur vor der Kamera. Sie begleiten Spiele, werten sie aus, berichten darüber in Online- und Printmedien, im Fernsehen oder im Radio und führen Interviews. 

Die Grundlage dazu sind Studiengänge wie Sportwissenschaft, Sportmanagement, Germanistik, Journalistik oder Medien-/Kommunikationswissenschaft und der Fokus auf Sport, etwa durch Praktika. Nach dem Studium und oft einem Volontariat arbeiten Sportjournalisten als Redakteure, Online-Redakteure, Pressesprecher oder Moderatoren bei Print- und Digitalmedien oder Sendern. 

Kreativität ist gefragt

Hier, in großen Medienunternehmen und in den Marketingabteilungen von Sportartikelherstellern und Agenturen bist du übrigens auch als Mediengestalter/-in Digital und Print oder Mediengestalter/-in Bild und Ton gefragt: Je nach Arbeitgeber und Abteilung gestaltest du Sendungen und Tonbeiträge, Texte, Broschüren, Internetseiten rund um den Fußball. 

Mit Sporthintergrund kannst du auch als Trainingsanalyst tätig werden. Trainingsanalysten, die meist Sport studiert haben, beobachten Fußballspiele und werten sie aus: Eckenverhältnisse, Ballbesitz und Torchancen von Mannschaften werden zur Grundlage für Spielstrategien und sportliche Maßnahmen wie Trainingsverbesserungen. Auch bei der EM 2016 werten jede Menge Trainingsanalysten die Spielpartien aus. Von zentraler Bedeutung und ganz nah dran am Fußball-Geschehen bist du natürlich auch als Kameramann/-frau oder Fotograf/-in.

... und auf unseren Smartphones

Du liebst Social Media wie Facebook, Twitter, Snapchat, YouTube? Während der Europameisterschaft 2016 werden vor allem hier und live die zentralen Spielergebnisse auf unsere digitalen Endgeräte laufen. Ein YouTube-Kanal ist passend zur Fußball-EM übrigens gerade ganz vorn an: Freekickerz mit über 4,1 Millionen Abonnenten. Kein Wunder, dass die digitale Seite des Fußballs  eigene Berufsbilder hervorgebracht hat: Du kannst dein Geld in Medienagenturen, Unternehmen und Institutionen mit Sportbezug etwa als Online Marketing-Manager, Social Media-Manager oder Community Manager verdienen. Als solcher realisierst du die Onlineauftritte von Vereinen, Fangemeinschaften, Verbänden und Unternehmen, entwickelst digitale Konzepte und Kampagnen, schreibst Beiträge, erstellst Videos und betreust Online Communities. Jobs mit Augenblickscharakter, die daher Tag- und Nachtarbeit mit sich bringen und oft an wechselnden Orten stattfinden, gerade in einer heißen Phase von Großveranstaltungen wie der EM. Du solltest also flexibel, sprachlich und technisch interessiert und sprichwörtlich ständig am Ball sein: Weiterbildung ist im Online-Business alles. Ein Studium wie Medien- oder Kommunikationswissenschaft oder Sport sowie Medienpraktika sind der Einstieg. Hinzu kommen Seminare, ein Fernstudium oder eine Weiterbildung mit Onlineschwerpunkt.

... oder doch als Computerspiel?

Last but not least: Wenn du gern Computerspiele spielst und dir vorstellen kannst, deinen Hang zum Fußball hier beruflich unterzubringen, wirf einen Blick auf die Games-Branche. Als Spieleentwickler/-in beschäftigen dich Unternehmen wie Electronic Arts, die hinter Computerspielen und Apps wie FIFA 16 stecken. Sie richten auch die Virtuelle Bundesliga (VBL) aus. Hier hast du es mit einem Bereich des sogenannten E-Sports zu tun, der am Bildschirm stattfindet. Die Software dafür will entwickelt und betreut werden. Beste Grundlage ist ein Studium der Informatik. Fachkreise halten den Bereich E-Sports übrigens für einen kommenden Milliardenmarkt.

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