Berufserfahrung weltweit: Das Auslandspraktikum

Wie du einen Praktikumsplatz im Ausland findest und was du wissen solltest

Berufserfahrung weltweit: Das Auslandspraktikum

Ein Praktikum in einem Softwareunternehmen in Indien, in der Baubranche Ecuadors oder in einem Krankenhaus auf Sansibar – es gibt viele Möglichkeiten, Berufserfahrung im Ausland zu sammeln. Hier erfährst du, was du über ein Auslandspraktikum wissen solltest.

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

Hast du Verwandte oder Bekannte mit Kontakten zu Unternehmen im Ausland? Oder hast du vielleicht schon mal ein Praktikum bei einem Unternehmen in Deutschland gemacht, das auch Standorte in anderen Ländern hat? Dann frag doch dort mal nach, ob sie dir einen Tipp geben können.
Ansonsten kannst du auch die Online-Stellenbörsen nach passenden Angeboten durchforsten. Manchmal kann es allerdings sinnvoller sein, sich einen interessanten Arbeitgeber rauszusuchen und sich direkt zu bewerben, denn nicht alle Unternehmen schreiben ihre Stellen aus. Du könntest auch auf der Seite der Deutschen Außenhandelskammern nach aktuellen Angeboten und Adressen von ausländischen Unternehmen schauen. Du hast Lust, die Arbeit in einer EU-Institution kennenzulernen? Dann bewirb dich doch bei der Europäischen Kommission, die jährlich etwa 600 Praktikumsplätze vergibt.

Der bequeme Weg: Was Vermittlungsagenturen für dich tun können

Manche Agenturen werben damit, dass du dein Auslandspraktikum einfach wie eine Reise buchen kannst. Du teilst ihnen mit, in welches Land und in welche Branche du möchtest und sie vermitteln dir eine Stelle. Praktikumsvertrag, Versicherung, Visum, Wohnungssuche … Das alles regeln sie für dich, wenn du es möchtest. Häufig werden auch spezielle Sprachkurse angeboten. Außerdem hast du einen Ansprechpartner vor Ort, falls es ein Problem gibt. Der Service hat allerdings seinen Preis: Du zahlst eine Vermittlungsgebühr, die zwischen 500 und 1.100 Euro liegen kann. Der Flug, die Unterkunft oder ein Sprachkurs kosten dann noch mal extra.

Was muss ich beachten, bevor es losgeht?

Es gibt vorher einiges zu klären, zum Beispiel wie du anreist und wo du wohnst. Du solltest dich informieren, ob bestimmte Impfungen für das Land erforderlich sind. Außerdem benötigst du eine Auslandskrankenversicherung und am besten auch eine Unfall- und Haftpflichtversicherung fürs Ausland. Du bist vielleicht automatisch über deinen Arbeitgeber krankenversichert – frag einfach mal nach, wie das geregelt ist, um sicherzugehen. Darüber hinaus solltest du einen Praktikantenvertrag abschließen, in dem unter anderem steht, ob du eine Vergütung bekommst. In der Broschüre „Wege ins Auslandspraktikum“ des Arbeitskreises „Wege ins Ausland“ findest du weitere Infos zum Thema Auslandspraktikum.

Flug, Wohnung, Essen… Wie soll ich das denn alles bezahlen?

Du solltest dich vorher genau darüber informieren, wie hoch deine Lebenshaltungskosten sind. Für Lebensmittel oder Mieten musst du in den USA zum Beispiel definitiv mehr Geld einplanen als in Indien. Nicht alle haben das Glück, ein vergütetes Praktikum zu ergattern, können auf Ersparnisse zurückgreifen oder haben spendable Großeltern. Doch das ist noch lange kein Grund, den Plan über den Haufen zu werfen: es gibt noch andere Finanzierungsmöglichkeiten. Wenn du das Praktikum im Rahmen deiner Ausbildung machst, bekommst du weiterhin dein Ausbildungsgehalt. Außerdem erhältst du als Student oder Azubi unter Umständen Auslands-BAföG oder den Bildungskredit der KfW. Es gibt auch Förderprogramme und Stipendien speziell für Auszubildende, Studierende oder bestimmte Studienrichtungen.

Muss ich bestimmte Voraussetzungen erfüllen?

Du musst in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein und du solltest Fremdsprachenkenntnisse mitbringen – am besten in der jeweiligen Landessprache. Manchmal reichen aber auch gute Englischkenntnisse, um zurechtzukommen. Wenn du dich zum Beispiel entscheidest, ein Praktikum in Japan zu machen, musst du nicht unbedingt fließend japanisch sprechen. Manche Unternehmen erwarten fachliche Vorkenntnisse. Außerdem benötigst du für manche Länder ein Visum.

Wie geht es weiter?

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