"Bufdis sind eine riesengroße Hilfe in jeder Einsatzstelle"

Ein Experte erklärt, warum sich der Bundesfreiwilligendienst lohnt und wie er sich vom FSJ unterscheidet

"Bufdis sind eine riesengroße Hilfe in jeder Einsatzstelle"

Ulrich Streicher arbeitet in der Pressestelle des Bundesamtes für zivilgesellschaftliche Aufgaben. Dieses Amt ist unter anderem für den Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zuständig. Wir haben Ulrich Streicher zum Interview getroffen.

Herr Streicher, warum lohnt es sich, den Bundesfreiwilligendienst machen?

Darauf gibt es keine Standardantwort, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Der eine macht es, um die Zeit zwischen Schule und Studium oder Ausbildung zu überbrücken. Der andere weiß noch gar nicht, was er beruflich machen möchte, und möchte Erfahrungen in einem Bereich sammeln, in den er normalerweise nie reingeschnuppert hätte. Wieder andere wollen einfach etwas Gutes tun. Wie gesagt, die Motivation ist ganz unterschiedlich.

Was sagen denn ehemalige Freiwillige („Bufdis“)?

Wir bekommen häufig Rückmeldungen und viele sagen, dass es eine tolle Erfahrung war. Manche Leute, die im sozialen Bereich tätig waren, haben sich während des BFD zum Beispiel dazu entschlossen, eine Berufsausbildung zu machen, weil es ihnen so gut gefallen hat. Natürlich gibt es auch negative Rückmeldungen, aber das ist wie überall im Leben – es ist niemals jeder zufrieden. Im Großen und Ganzen machen wir gute Erfahrungen.

Wovon lebt man in der Zeit, in der man den BFD macht?

Das ist ein gewisses Problem, weil der BFD kein klassisches Arbeitsverhältnis ist, für das man Lohn erhält. Wie der Name schon sagt, ist es ein Freiwilligendienst und dafür bekommt man ein Taschengeld von maximal 363 Euro pro Monat. Das ist nicht viel, das ist uns bewusst. Aber die Leute, die das nach der Schule machen, wohnen ja zum größten Teil noch zuhause bei ihren Eltern, deshalb kommen sie in der Regel ganz gut damit zurecht. Wenn man eine eigene Wohnung unterhalten muss, wird es natürlich schon schwieriger.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem Bundesfreiwilligendienst und dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ)?

Der größte Unterschied ist: Der BFD hat keine Altersbeschränkung, das heißt, den können auch Ältere machen. Für Schüler gibt es eigentlich gar keinen Unterschied. Das FSJ gab es schon immer, der BFD ist 2011 zusätzlich dazu gekommen. Seit dieser Zeit gibt es den Wehr- und Zivildienst nicht mehr. Die Rahmenbedingungen sind bei BFD und FSJ gleich.

Fehlen viele Arbeitskräfte, seit es den Zivildienst nicht mehr gibt?

Der BFD ist zwar nach dem Ende des Zivildienstes eingeführt worden, hatte aber nie das Ziel, den Zivildienst komplett zu ersetzen. Der Anspruch wäre auch zu hoch gewesen. Aber die Bufdis sind auf jeden Fall eine riesengroße Hilfe in jeder Einsatzstelle.

Und jetzt?

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