"Das komplette Lebensgefühl dort war einfach wunderbar"

Valentin hat ein Freiwilliges Soziales Jahr in Südafrika gemacht

"Das komplette Lebensgefühl dort war einfach wunderbar"

Valentin, 19, hat nach seinem Abitur von August 2014 bis Februar 2015 im südafrikanischen Dorf Pella gelebt und dort in einem Kindergarten (dort "Creche" genannt) und in einer Highschool gearbeitet. Organisiert hat er den Aufenthalt über das Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk. Heute studiert er Politik, Verwaltung und Organisation an der Uni Potsdam.

Warum hast du ein Gap Year gemacht?

Ich habe mich für ein Gap Year entschieden, da ich direkt nach der Schule keine Lust mehr auf Theorie und schlechtes Wetter hatte. Außerdem wollte ich was von der Welt sehen und dabei eine komplett andere Kultur kennenlernen.

Warum hast du dich gerade für dieses Programm entschieden?

Ehrlich gesagt war das eine relativ spontane Entscheidung. Während ich auf der Suche nach einem passenden Programm war, hatte ich zwei Kriterien: Ich wollte kein ganzes Jahr weg sein und es sollte bezahlbar sein. Dadurch bin ich dann auf das DSJW (Deutsch-Südafrikanisches Jugendwerk) gestoßen. Nachdem ich ein bisschen was über Südafrika gelesen hatte, stand für mich fest: Da muss ich hin!

Wie hast du die Stelle gefunden?

Die Stelle habe ich im Internet gefunden.

Was waren deine Aufgaben und wie sah ein typischer Tag aus?

Vormittags habe ich entweder im Kindergarten oder in der Highschool gearbeitet. Im Kindergarten habe ich mit den Kindern gespielt, gelernt, gelacht und bei allen sonstigen anfallenden Arbeiten geholfen. In der Highschool habe ich die Lehrer bei ihrer Arbeit unterstützt und auch selbst unterrichtet.

Nachmittags habe ich zweimal pro Woche ein paar Kinder in Fußball trainiert und einmal pro Woche gab es den „Youth Club“, in dem ich mit meinen Mitfreiwilligen mit Kindern und Jugendliche Spiele gespielt und Hausaufgaben gemacht habe. Hört sich alles busy an, aber die südafrikanische Auslegung vom Begriff Arbeit ist etwas entspannter als in Deutschland. 

Wovon hast du in der Zeit gelebt? Hast du ein Taschengeld oder Sachleistungen (z.B. freie Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitskleidung) bekommen?

Bis auf das Mittagessen musste ich mein Essen selbst bezahlen und auch eine niedrige Miete. Von meinen Eltern habe ich ein monatliches Taschengeld bekommen. Meine Reisen habe ich aus Ersparnissen finanziert.

Was war das schönste Erlebnis in dieser Zeit?

Ich möchte keinen speziellen Moment herauspicken. Das komplette Lebensgefühl dort war einfach wunderbar.

Gab es etwas, an das du dich erst gewöhnen musstest?

An die afrikanische Gemütlichkeit und teilweise auch an das Essen. Beides habe ich jedoch lieben gelernt. 

Welche Erwartungen hattest du vorher? Sind sie erfüllt worden?

Ich bin eigentlich ohne große Erwartungen gestartet. Meine Zeit dort war überragend. Ich habe viele verschiedene, besondere Menschen kennengelernt, von denen mich einige sehr geprägt haben.

Würdest du im Nachhinein irgendetwas anders machen und hast du einen Tipp für alle, die ein Gap Year planen?

Im Nachhinein bereue ich es, nur sieben Monate in Südafrika gewesen zu sein, gerne wäre ich länger geblieben. Mein Tipp wäre: Überlegt euch frühzeitig, was ihr machen wollt (Freiwilligenarbeit, Work & Travel, etc.) und dann macht es. Es lohnt sich. 

Hatten deine Erfahrungen aus dem Gap Year einen Einfluss auf deine Zukunftspläne?

Mein Studienziel hat sich durch das Gap Year nicht grundlegend geändert. Aber es tut schon mal ganz gut, aus dem Alltag auszubrechen und auch zu sehen, wie Menschen mit viel weniger auch glücklich sein können.

Ich engagiere mich neben meinem Studium nun bei Bridging Gaps e.V.. Das ist ein Verein, der verschiedene bildungspolitische Projekte in Südafrika betreut und sich vor allem mit den Themen Rassismus, Vorurteilen und Ungleichheiten auseinandersetzt.

Und jetzt?

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