"Das Schönste war, zu sehen, wie viel Freude der Sport den Kindern bereitet"

Philip Kempf (21) erzählt von seinem Freiwilligen Sozialen Jahr bei einem Fußballverein

"Das Schönste war, zu sehen, wie viel Freude der Sport den Kindern bereitet"

Philip Kempf (21) hat nach seinem Abitur ein Freiwilliges Jahr im Sport bei einem Fußballverein, dem FC Immenstadt 07, gemacht. Welche Erfahrungen er in dieser Zeit gemacht hat und wie ihn dieses Jahr weitergebracht hat, erzählt er hier.

Warum hast du ein Gap Year gemacht?

Ich wollte eine Pause zwischen dem Abitur und dem Beginn des Studiums machen, um mich in dieser Phase beruflich zu orientieren und herauszufinden, welchem Beruf ich später einmal nachgehen möchte.

Warum hast du dich gerade für diese Einrichtung entschieden?

Da der Verein mein Heimatverein ist und mir der Fußball und der Umgang mit Kindern viel Spaß macht, fiel die Entscheidung für diese Einrichtung. Ich kannte die Sportanlagen schon und auch die Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, waren mir vertraut.

Wie hast du die Stelle gefunden?

Der Vereinsvorsitzende, den ich schon länger kannte, hat mir diese Stelle vermittelt. Das Freiwillige Soziale Jahr in unserem Verein wurde in diesem Jahr zum ersten Mal angeboten.

Was waren deine Aufgaben?

Ich habe zwei Jugend-Mannschaften betreut und sie trainiert. Außerdem habe ich erfahren, was hinter der Büroarbeit des Vereins steckt und in der Verwaltung geholfen. Auch den Schwimmunterricht der Grundschule habe ich mitgestaltet und unterstützt.
Die Sportbetreuung am nachmittag für Schüler der Mittelschule habe ich auch übernommen und dort mit den Kindern und Jugendlichen zusammen sämtliche sportliche Aktivitäten durchgeführt. Zeitweise fielen auch immer mal wieder andere Arbeiten wie zum Beispiel ein Fahrdienst an, die ich übernommen habe.

Wovon hast du in der Zeit gelebt? Hast du ein Taschengeld oder Sachleistungen bekommen?

Vom Verein habe ich 300 Euro Taschengeld bekommen.

Was war das schönste Erlebnis in dieser Zeit?

Für mich war das Schönste zu sehen, wie viel Spaß und Freude man den Kindern durch das Fußballspielen und den Sport vermitteln kann. Es ist toll zu sehen, welche Fortschritte die Kinder im sportlichen und sozialen Bereich machen.

Gab es etwas, an das du dich erst gewöhnen musstest?

Die streng organisierte 37,5 Stunden-Woche war am Anfang eine echte Umstellung für mich. Auch an die Verantwortung, die man den Kindern gegenüber zu tragen hat, muss man sich erst gewöhnen.

Welche Erwartungen hattest du vorher? Sind sie erfüllt worden?

Durch das FSJ im Sport wollte ich für mich herausfinden, ob der Beruf des Lehrers das Richtige für mich ist. Außerdem bin ich durch meine Aufgaben und die damit verbundene Verantwortung und Selbstorganisation definitiv reifer geworden.

Würdest du im Nachhinein irgendetwas anders machen? Hast du einen Tipp für alle, die ein Gap Year planen?

Ich würde ein FSJ auf jeden Fall noch einmal machen und auch jedem anderen dazu raten. Man kann für sein restliches Leben enorm viel an Erfahrungen mitnehmen, die man anderswo womöglich niemals so sammeln könnte. Da das Angebot an Möglichkeiten für ein Gap Year (z.B. Sport, Soziales, Natur) inzwischen sehr groß ist, dürfte für jeden auch etwas Passendes dabei sein.

Wie ging es danach für dich weiter? Hatten deine Erfahrungen aus dem Gap Year einen Einfluss auf deine Zukunftspläne?

Nach dem FSJ habe ich mein Lehramt-Studium für die Fächer Latein und Sport begonnen. Allein durch die vielen Sportstunden mit den Kindern während des FSJ konnte ich viel Wissen und Erfahrung auf mein Studienfach Sport übertragen. Dieses Jahr hatte definitiv einen großen Einfluss auf mich und hat mich darin bestärkt, diesen Studiengang zu wählen.

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