„Die Bewerbung ist wie ein Liebesbrief“

Tipps für einen starken Einstieg in das Bewerbungsanschreiben

„Die Bewerbung ist wie ein Liebesbrief“

Wie weckt man in einer Bewerbung das Interesse des Personalchefs? Wir haben Rolf Reinhardt gefragt. Er ist Key Account Manager beim Verlag Pearson, der viele Angebote zu den Themen Beruf und Lernen veröffentlicht.

Hallo Herr Reinhardt, wie kann man als Schulabgänger das Interesse des Personalchefs wecken?

Vor allem mit dem Anschreiben. Mein Tipp an jeden Bewerber: Fasse dich kurz, schreibe nicht mehr als eine Seite, strukturiere den Inhalt klar und deutlich und mach keinen Fehler; vor allem aber: Versuch dich an einem starken Einstieg.

Und was wäre ein starker Einstieg?

Angenommen, jemand bewirbt sich bei einem Autohändler für eine Ausbildung zum Automobilkaufmann. Er könnte sein Anschreiben so beginnen: "Mein Vater hat vor kurzem einen neuen Wagen gekauft. Zuvor fragte er mich oft um Rat. Er weiß, dass ich mich sehr für Autos und Motoren interessiere."

Kreativ zu sein, fällt nicht jedem leicht. Haben Sie auch einen Tipp, wie man das schafft?

Dieser Tipp gilt für die gesamte Bewerbung und damit auch für das Anschreiben und dessen Einstieg: Stell dir einfach vor, du schreibst einen Liebesbrief. Dort willst du dich auch von deiner besten Seite zeigen, keine Fehler machen und hast ein klares Ziel vor Augen.

Aber ein Liebesbrief kann auch schnell peinlich werden, weil man es irgendwie übertreibt. Wie kann man das vermeiden?

Wer eine Bewerbung schreibt, sollte sie auf jeden Fall von jemandem checken lassen, der gut in Deutsch ist. Der sollte dem Bewerber dann auch den Tipp geben, dass er etwas zu dick aufträgt. Wer an seiner Kreativität zweifelt, sollte alternativ lieber einen sachlichen Einstieg wählen und etwa Bezug darauf nehmen, wo er das Angebot für einen Ausbildungsplatz entdeckt hat.

Und kann man dabei einen schlimmen Fehler machen?

Na klar. Wer in der Anrede den Namen des Empfängers falsch schreibt, sammelt beim Start kräftig Minuspunkte. Wenn er dann weiter überhaupt nicht erkennen lässt, warum er sich für die Ausbildung interessiert, macht er den nächsten dicken Fehler.

Stichwort Fehler: Ist es ein Fehler, ein schlechtes Praktikumszeugnis beizulegen?

Das kommt darauf an, wie negativ die Bewertung ausgefallen ist. Wenn es heißt, der Schüler habe sich im Praktikum „stets bemüht“ ist das negativ. Man sollte das Praktikumszeugnis deshalb genau lesen und eine weniger positive Bewertung hinterfragen. Fällt die Bewertung trotz Nachhakens negativ aus, lässt man es besser weg.

Was könnte eine Alternative zum Praktikumszeugnis sein?

Eine Referenz vom Lehrer. Mein Tipp an den blicksta-User: Sprech einen Lehrer an, dem du vertraust und der dich fair einschätzt und bitte ihn um ein Empfehlungsschreiben. Das kommt gut an bei Unternehmen, auch, weil es zeigt, dass du dich für deine Bewerbung engagiert einsetzt.

Wie geht es weiter?

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