"Die erste Hürde hat man schon mal geschafft"

Eine Expertin gibt Tipps zur Vorbereitung auf Einstellungstests

"Die erste Hürde hat man schon mal geschafft"

Du hast eine Einladung zu einem Einstellungs- oder Eignungstest bekommen? Glückwunsch! Wir haben eine Expertin gefragt, wie du dich vorbereiten kannst. Silvia Schwarz arbeitet als Psychologin bei der Arbeitsagentur in Dortmund und führt dort Tests und Trainings durch.

Frau Schwarz, warum machen Firmen eigentlich Einstellungstests?

Sie wollen damit die Kandidaten finden, deren Kenntnisse und Fähigkeiten am besten zu der angebotenen Stelle passen. Sie sind neugierig, wollen prüfen, was die Bewerber können. Einstellungstests sollte man nicht negativ sehen, die Firmen wollen wirklich herausfinden, wer am besten zu ihnen passt.

Viele Bewerber sind verunsichert, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Wie kann man damit umgehen?

Man sollte sich klarmachen, dass Firmen nur die Bewerber zum Test einladen, deren Bewerbungsunterlagen die Anforderungen für die Stelle, also zum Beispiel einen Ausbildungsplatz, erfüllen. Die erste Hürde hat man also schon geschafft.

Sollte man vorher anrufen und nachfragen, welche Aufgaben es gibt?

Ich würde das nicht empfehlen, denn genaue Infos wird man nicht bekommen. Man kann sich aber generell auch gut auf die Tests vorbereiten, wenn man sich Gedanken über den angestrebten Beruf macht.

Welche Aufgaben gibt es?

Die Aufgaben können dabei je nach Beruf sehr unterschiedlich sein. Bei Ausbildungsplätzen werden sehr häufig schulische Grundkenntnisse abgefragt. Das können für kaufmännische Berufe zum Beispiel die Grundrechenarten sein, also Aufgaben zu Bruch- oder Prozentrechnung. Oft werden Textaufgaben gestellt. Dazu kommen Rechtschreibkenntnisse, aber auch logisches Denken und Sprachbeherrschung.

Wie ist das in anderen Bereichen?

Bei handwerklichen Berufen kommt es häufig auf logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und Rechenkenntnisse, aber auch sprachliche Fähigkeiten an. Schließlich muss man seinem Kunden auch erklären können, wie man zum Beispiel als Tischler ein Möbelstück plant. Auch bei sozialen Berufen kommt es auf sprachliche und kommunikative Fähigkeiten an, oft müssen die Bewerber auch Organisationsaufgaben erledigen.

Wie kann man sich auf die Tests konkret vorbereiten?

Da gibt es zwei Ebenen. Zum einen kann man einige Testinhalte trainieren, zum anderen die Testsituation. Bei den Inhalten sollte man sich fragen, auf was es bei der Stelle, auf die man sich beworben hat, ankommt. Habe ich mich zum Beispiel als Bankkaufmann beworben, muss ich garantiert mit Mathematikaufgaben rechnen. Ich sollte also beispielsweise in Bruch- und Prozentrechnung fit sein.

Stichwort Testsituation: Viele Schüler machen zum ersten Mal einen Einstellungstest und sind deshalb vorher sehr nervös. Kann man dagegen irgendetwas tun?

Man kann diese Situationen schon vorher trainieren. Hierzu kann man sich zum Beispiel im Internet über typische Aufgaben und Fragen bei den Tests informieren. Auch die Berufsberater in den Arbeitsagenturen helfen bei der Vorbereitung. Man sollte auch jeden Einstellungstest als weitere Übungsmöglichkeit sehen.

Was ist noch wichtig?

Man sollte auch trainieren, unter Zeitdruck Aufgaben zu lösen. Ganz viele Aufgaben in Einstellungstests sind so ausgelegt, dass man sie gar nicht komplett schaffen kann. Die Arbeitgeber möchten damit testen, wie die Bewerber in der Situation reagieren. Werden sie panisch? Arbeiten sie ruhig weiter? Darauf sollte man sich einstellen und in seinem eigenen Tempo arbeiten, ohne zu viele Fehler zu machen.

Wie geht es weiter?

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