„Die Menschen haben eine ganz andere Lebenseinstellung“

Sprachreise oder Freiwilligendienst? Andrea hat in Costa Rica einfach beides gemacht

„Die Menschen haben eine ganz andere Lebenseinstellung“

Andrea Willeke, 19, hat die Zeit nach der Schule genutzt, etwas von der Welt zu sehen: Sie war für drei Monate in Costa Rica, in dem kleinen Ort Puerto Viejo an der Karibikküste.

Andrea, was hast du in Costa Rica gemacht?

Ich bin dort zuerst zur Sprachschule gegangen, um mein Spanisch nochmal aufzufrischen. Danach habe ich an einem Sozialprojekt teilgenommen, in dem ich in einer Schule mitgearbeitet habe. Außerdem bin ich in den Schulferien mit drei weiteren Mädchen die Pazifikküste entlang gereist.

Warum wolltest du ins Ausland?

Für mich stand eigentlich schon während meiner Schulzeit fest, dass ich nach meinem Abitur erst einmal eine Auszeit nehmen möchte, um andere Länder und ihre Kulturen kennenzulernen. Ich finde, dass eine solche Erfahrung unheimlich zur eigenen Entwicklung beiträgt. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die für uns selbstverständlichen Dinge – vor allem durch einen Aufenthalt in Ländern, die nicht dem europäischen Standard entsprechen.

Hast du dich deshalb für Costa Rica entschieden?

Ja, unter anderem. Die Menschen dort haben eine ganz andere Lebenseinstellung als in Deutschland. Außerdem wollte ich durch einen Auslandaufenthalt mein Spanisch verbessern. Das Klima in Costa Rica und die atemberaubende Natur haben mich aber auch gelockt

Hast du die Reise selbst organisiert oder über eine Organisation?

Ich habe die Reise bei einer Organisation gebucht, weil ich noch nie vorher in Mittelamerika war und ich mich daher mit Ansprechpartnern an meiner Seite sicherer gefühlt habe. Toll fand ich, sie eine Kombination aus Sprachkurs und Freiwilligenarbeit anbieten.

Wie hast du deinen Auslandsaufenthalt finanziert?

Nach meinem Abitur habe ich insgesamt neun Wochen gearbeitet, wodurch ich einen Großteil meiner Reise selbst finanzieren konnte. Einen Teil haben allerdings auch meine Eltern beigesteuert.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland?

Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich wie in Deutschland, teilweise sogar höher. Der erste Gang in den Supermarkt war ein wenig schockierend, da ich nicht erwartet hatte, dass Costa Rica so ein teures Land ist. Abgesehen von selbstproduzierten Dingen, wie einheimischem Obst und Gemüse, muss viel importiert werden. Vor allem Drogerieartikel sind richtig teuer: Der Kauf von einer Flasche Shampoo und einer Flasche Duschgel hat mich um 12 Euro ärmer gemacht!!

Wie hast du den Aufenthalt organisiert? Was musstest du dabei alles bedenken?

Von meiner Organisation habe ich ein sehr hilfreiches "Reise 1x1" bekommen, in dem von der Packliste bis hin zu Impfungen sehr viele nützliche Infos standen. Wichtig war vor allem, frühzeitig Arzttermine zu machen, um die notwendigen Impfungen zu bekommen und sich Tipps für das richtige Antimückenspray zu holen. Ansonsten kann ich nur empfehlen, frühzeitig mit der Planung anzufangen und sich eine Liste zu schreiben, was man wann erledigen muss. Dann bricht man nicht kurz vor Reisebeginn in Panik aus.

Wie sah ein typischer Tag während deiner Zeit in Costa Rica aus?

In der Sprachschule hatte ich entweder von 8 bis 12 Uhr oder von 13 bis 17 Uhr Unterricht. Häufig haben wir mit unseren Sprachlehrern etwas Landestypisches gekocht oder auch Stadtrallyes gemacht. In meinem Freiwilligendienst in der Schule habe ich meistens vormittags gearbeitet und den Kindern beim Essen und Zähneputzen geholfen sowie die Lehrerin im Unterricht unterstützt. Den Nachmittag hatte ich zur freien Verfügung. Bei gutem Wetter habe ich meine Zeit oft am Strand verbracht

Was war die größte Umstellung beziehungsweise der größte Unterschied zu Deutschland?

Die Lebensbedingungen und der hygienische Standard waren anders als in Deutschland. Das Leitungswasser ist in Costa Rica zum Beispiel meistens kalt, das heißt, man muss kalt abwaschen und kalt duschen. Bei den hohen Temperaturen dort hat man sich allerdings schnell dran gewöhnt. Was ich auch seltsam fand: In Costa Rica wirft man das Toilettenpapier in einen Mülleimer neben die Toilette. Aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich an fast alles – man muss sich nur drauf einlassen. Schwierig war für mich allerdings der Anblick der Straßenhunde, die im Müll gewühlt haben. Ich habe selber einen Hund und musste mich erst daran gewöhnen, nicht jeden Hund retten zu können.

Hattest du Probleme mit der Sprache?

Nein, da ich bereits drei Jahre Spanisch in der Schule hatte. Ich konnte ziemlich schnell alles verstehen, anfangs hatte ich bloß ein wenig Hemmungen, selbst zu sprechen. Aber zur Not kommt man in Costa Rica auch mit Englisch zurecht.

Hier geht es weiter

Lies im zweiten Teil von Andreas Bericht, was du in Costa Rica unbedingt machen solltest!

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