Eine Personalerin gibt Tipps zum Anschreiben

Bewerbungsexpertin Melanie Harm gibt Tipps für die schriftliche Bewerbung

Eine Personalerin gibt Tipps zum Anschreiben

Keine Angst vor der ersten Bewerbung! Melanie Harm, Teammanagerin Recruiting bei embrace, ist Bewerbungsexpertin. Sie hilft gemeinsam mit ihren Kollegen Firmen bei der Personalauswahl – von der Stellenanzeige bis zum Bewerbungsgespräch. Im Interview erklärt sie, worauf Schüler bei ihrer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Praktikumsstelle achten sollten.

Worauf kommt es an, wenn man sich als Schüler bei einem Unternehmen bewirbt?

Das Wichtigste ist ein gutes Anschreiben. Darin sollten drei Fragen beantwortet werden: Wer bin ich? Worin bin ich gut? Und, ganz wichtig: Warum bin ich der oder die Richtige für die Firma? Außerdem kommt es beim Anschreiben auf eine gute Form an. Rechtschreib- und Grammatikfehler sind tabu. Toll ist es, wenn man das Anschreiben an einen konkreten Ansprechpartner richtet.

Was macht man, wenn man diesen Ansprechpartner nicht kennt?

Am besten ist es, vorher bei der Firma anzurufen und nachzufragen. Ich weiß, es ist nicht so einfach, sich das zu trauen. Aber es hinterlässt einen guten Eindruck. Und bitte nicht die Eltern vorschicken, das wirkt schüchtern. Der Verantwortliche bei der Firma fragt sich dann vielleicht: Wenn derjenige seine Eltern vorschickt, kann er sich dann im Beruf durchbeißen? Am besten macht man sich vor dem Anruf ein paar Stichpunkte zu den Fragen, die man stellen möchte. Wenn die Hemmschwelle wirklich zu groß ist, kann man auch eine E-Mail schicken.

Wenn man noch zur Schule geht, hat man ja meistens noch nicht besonders viel Berufserfahrung gesammelt, die man in den Lebenslauf schreiben kann. Ist das schlimm?

Nein, die Firmen wissen das. Deshalb sollte der Fokus auch klar auf einem guten Anschreiben liegen. Aber natürlich sollte man auch Nebenjobs und relevante Praktika in seinen Lebenslauf schreiben. Abraten würde ich davon, jeden Babysitter-Job oder Ähnliches mit aufzunehmen.

Warum?

Im Lebenslauf soll wirklich nur relevante Berufserfahrung stehen. Wenn ich mich für eine Ausbildung als Erzieher oder Erzieherin bewerbe, sind Babysitter-Jobs relevant. Wenn ich mich aber als Maurer oder Maurerin bewerbe, sollte ich das Ganze entweder nur kurz oder gar nicht aufnehmen, da es für den Beruf nicht relevant ist.

Welche Anlagen muss man mitschicken?

Auf jeden Fall ein aktuelles Schulzeugnis. Wenn man bereits Berufserfahrung gesammelt hat, zum Beispiel bei Praktika oder Nebenjobs, sollte man auch diese Zeugnisse und Nachweise mitschicken. Man kann aber auch Arbeitsproben mitschicken. Wenn man sich in einem kreativen Beruf bewirbt, sind Zeichnungen sicherlich spannend für den Arbeitgeber. Wenn man sich für ein Zeitungspraktikum bewirbt, können die Artikel aus der Schülerzeitung relevant sein. Diese Arbeitsproben zeigen, dass sich der Bewerber mit dem Beruf auseinandergesetzt hat.

Wie geht es weiter?

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