Hilfe, meine Ausbildung gefällt mir nicht! Was nun?

Was dir hilft, wenn du überlegst, deine Ausbildung abzubrechen - und was du konkret tun kannst

Hilfe, meine Ausbildung gefällt mir nicht! Was nun?

Mit der Wahl einer Ausbildung triffst du eine sehr wichtige Entscheidung für deine Zukunft. Aber was passiert, wenn du während der Ausbildung merkst, dass der gewählte Beruf nicht der richtige ist oder du in der Ausbildung nicht gut zurechtkommst? In diesem Text erfährst du, wie du damit umgehen kannst.

Aller Anfang ist schwer

Nur sehr wenige Jugendliche sind sich von Anfang an sicher, dass ihre Ausbildung genau die passende für sie ist. Die meisten müssen sich nach der Schule erst einmal auf das Berufsleben umstellen und sich im Betrieb eingewöhnen. Schließlich ist alles anders: Du hast andere Arbeitszeiten, neue Kollegen, Berufsschule, viele neue Aufgaben. Wenn nach mehreren Monaten aber immer noch starke Zweifel oder große Unzufriedenheit da sind, denken viele darüber nach, ihre Ausbildung abzubrechen. Bevor du das tust, solltest du dir aber ein paar Gedanken machen.

Welche Fragen sollte ich mir stellen?

Am wichtigsten ist es herauszufinden, was dich stört.

  • Wo genau gibt es Probleme? Mit den Inhalten deiner Ausbildung? Mit deinem Ausbilder? Mit den Kollegen? In der Berufsschule?
  • Findest du das, was du in deiner Ausbildung lernst, spannend?
  • Hast du ein berufliches Ziel, das du nur erreichen kannst, wenn du diese Ausbildung durchziehst?

Was kann ich tun?

Welche Möglichkeiten du jetzt hast, hängt davon ab, welche Antworten du für dich auf die Fragen gefunden hast. Vielleicht merkst du, dass der Beruf zwar der richtige für dich ist, es aber trotzdem Schwierigkeiten gibt. Oder du stellst nach einer Weile im Betrieb fest, dass du dich für den falschen Beruf entschieden hast.

Probleme mit dem Ausbildungsbetrieb oder in der Berufsschule

Wenn der erste Punkt zutrifft, du also die richtige Berufswahl getroffen hast, gibt es häufig Möglichkeiten, das Problem zu beheben. Oft sind Schwierigkeiten mit dem Ausbilder oder den Kollegen der Grund für Unzufriedenheit. In diesem Fall ist ein klärendes Gespräch mit den Betroffenen notwendig. Dabei können dir die Mitarbeiter von der Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit helfen. Wenn sich diese Probleme nicht lösen lassen, kann der Wechsel in einen anderen Ausbildungsbetrieb notwendig sein. Auch dabei hilft dir die Berufsberatung. Du kannst dich aber auch an die Ausbildungsberater deiner Kammer wenden.
Wenn du Probleme in der Berufsschule oder im praktischen Teil der Ausbildung hast, kann dir kostenloser Stützunterricht (ausbildungsbegleitende Hilfen) weiterhelfen. Das kannst du bei der Agentur für Arbeit beantragen.

Probleme mit dem Ausbildungsberuf

Vielleicht hast du auch gemerkt, dass du den falschen Ausbildungsberuf gewählt hast. Ganz wichtig: Verkriech dich nicht, sondern sprich mit jemandem darüber. Vielleicht helfen dir deine Eltern, Freunde oder Bekannte weiter. Bevor du etwas unternimmst und die Ausbildung abbrichst, solltest du dich von deinem Ausbilder, von den Kammern oder der Arbeitsagentur beraten lassen. In manchen Arbeitsagenturen gibt es zum Beispiel Eilsprechstunden, in denen dir ein Berufsberater weiterhilft. Und wenn du die Ausbildung tatsächlich abbrechen willst, kann er dir auch dabei helfen, einen neuen Ausbildungsplatz zu finden. In manchen Fällen kannst du deine bisher geleistete Ausbildungszeit auch auf die neue Ausbildung anrechnen lassen. Wichtig ist: Falls du dich für den Abbruch entscheidest, solltest du einen Plan B haben – also eine neue Ausbildungsstelle oder die Aussicht auf eine andere berufliche Möglichkeit, wie es für dich weitergehen kann.

Ich habe meine Ausbildung abgebrochen – und jetzt?

Wenn du deine Ausbildung abgebrochen hast, kannst du zum Beispiel eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) machen. Dort kannst du verschiedene Bereiche kennenlernen und Praktika machen und dich so besser orientieren, bevor du dich für eine neue Ausbildung entscheidest.
Grundsätzlich wird es schwerer, die Ausbildung abzubrechen, je länger du schon dabei bist. Wichtig ist, dass du rechtzeitig eine Alternative suchst. Dabei solltest du dir vor dem zweiten Anlauf sehr gut überlegt haben, ob der Beruf das Richtige für dich ist.

Wie geht es weiter?

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