Hochschulrankings – Große Hilfe oder große Verwirrung?

Bei welchen Fragen dir Ranglisten helfen können – und bei welchen nicht

Hochschulrankings – Große Hilfe oder große Verwirrung?

Du weißt, welches Fach du studieren möchtest? Glückwunsch! Jetzt steht noch die Frage im Raum, bei welcher Uni du dich bewerben sollst. Hochschulrankings versprechen Abhilfe. Aber nach der Lektüre sind manche Bewerber verwirrter als vorher. Das liegt manchmal auch an falschen Erwartungen.

Was sind Hochschulrankings?

In Hochschulrankings (Ranking heißt auf Deutsch so viel wie „Rangordnung“) werden Hochschulen in Bezug auf bestimmte Kriterien miteinander verglichen. So sollst du, wenn du dich für ein bestimmtes Studienfach interessierst, direkt sehen können, in welchen Bereichen eine Hochschule gut und in welchen sie schlecht abschneidet. Häufige Bewertungskriterien sind zum Beispiel:

  • Lehrangebot (Wie viele Veranstaltungen aus unterschiedlichen Bereichen des Fachs werden angeboten? Kann man Schwerpunkte setzen?)
  • Betreuungssituation (Wie viele Studenten werden von einem Professor/Wissenschaftler betreut?)
  • Praxisbezug (Welchen Praxisanteil, zum Beispiel durch Praktika, hat ein Studiengang?)
  • Promotionen (Wie viele Doktorarbeiten werden in einem Fachbereich abgeschlossen?)
  • Studiendauer (Wie viele Studenten haben das Studium in der vorgesehenen Zeit abgeschlossen?)
  • internationale Orientierung (Wie viel internationale Erfahrung sammeln die Studenten? Werden entsprechende Programme angeboten?)

Oft werden für ein Ranking verschiedene Daten verwendet. Häufig werden mehrere offizielle Statistiken ausgewertet und Professoren befragt. Aber auch Studenten können die Situation an ihrer Hochschule bewerten. So soll ein möglichst umfassendes Bild entstehen.

Welche Rankings gibt es?

Das bekannteste Ranking ist das Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Es wird von der Wochenzeitung DIE ZEIT herausgegeben. Dort werden 37 Fächer auf die Qualität von Studium, Lehre und Ausstattung hin untersucht. Mehr als 250.000 Studenten werden zu ihrer Meinung befragt. Daneben gibt es noch viele weitere Rankings, die teilweise ebenfalls von deutschen oder internationalen Zeitungen und Magazinen herausgegeben werden, beispielsweise von der Wochenzeitung Der Spiegel oder der FAZ.

Können Rankings mir bei der Hochschulwahl helfen?

Kein Ranking kann dir die Entscheidung für oder gegen eine Hochschule abnehmen. Rankings können dir lediglich Orientierung in einzelnen Bereichen bieten. Wenn dir zum Beispiel eine gute Betreuung wichtig ist, kannst du in den Rankings schauen, wie deine Wunschhochschule abgeschnitten hat. Wenn dir eine internationale Ausrichtung wichtig ist, gilt das Gleiche. Letztendlich kommt es bei der Hochschulwahl aber auch auf Faktoren an, die in keinem Ranking abgefragt werden. Zum Beispiel spielt für viele angehende Studenten die Entfernung zu ihrem Heimatort eine große Rolle. Deshalb kann das Ergebnis eines Studienganges bei einem Ranking immer nur ein Entscheidungsfaktor von mehreren sein. Und: Vorsicht bei Listen, die mit „Die beste Uni der Welt“ oder Ähnlichem betitelt sind. Wie die Situation in einem konkreten Studiengang ist, geht daraus nicht hervor.

Und jetzt?

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