Kann ich trotz Tierhaarallergie Tierärztin werden?

Die blicksta-Dienstagsfrage

Kann ich trotz Tierhaarallergie Tierärztin werden?

An dieser Stelle beantworten wir jede Woche eine Frage. Wenn du auch eine Frage hast, melde dich gerne unter dienstagsfrage@blicksta.de bei uns!

Ich will unbedingt Tierärztin werden. Meine Mutter meint, das geht nicht, weil ich ziemliches Asthma habe (besonders allergisch bin ich auf Pferdehaare). Stimmt das? Kann ich das nicht trotzdem machen?

Tja, leider müssen wir deiner Mutter zustimmen: Optimal ist das nicht. Denn: Wenn du Asthma hast, deutet das darauf hin, dass deine Allergie schon sehr stark ausgeprägt ist. Oft werden Allergien mit der Zeit schlimmer oder weiten sich aus - zum Beispiel auf andere Tiere. Vielleicht bist du also in einigen Jahren nicht mehr "nur" gegen Pferdehaare allergisch, sondern auch gegen Katzen- oder Hundehaare. Als Tierärztin bist du je nach Arbeitsbereich mehr oder weniger stark in Kontakt mit dem Auslöser deiner Allergien. Spezialisierst du dich auf Kleintiere, arbeitest also zum Beispiel in einer Haustierpraxis für Katzen, Hunde, Wellensittiche etc., hast du natürlich eher selten Kontakt zu Pferdehaaren. Trotzdem bist du anderen Tieren ausgesetzt, die langfristig für dich auch unangenehm bis gefährlich werden können (zum Beispiel, wenn du irgendwann auch mit Asthma auf die Haare anderer Tiere reagierst). Auch wenn du im Labor arbeitest, hast du nicht direkt mit Pferden oder Pferdehaaren zu tun. Dort analysierst du gemeinsam mit fachkundigem Laborpersonal Proben und beurteilst die Befunde.

Sprich mit deinem Arzt

Deshalb ist unsere erste Empfehlung: Sprich mit deinem Hausarzt oder Allergologen (oder dem Arzt, bei dem du wegen des Asthmas in Behandlung bist). Er kennt deine Krankengeschichte am besten und kann einschätzen, wie stark dein Asthma ist, wie sich die Allergie bisher entwickelt hat und ob man eventuell etwas tun kann. Vielleicht kannst du eine sogenannte Hyposensibilisierung anfangen. Das ist eine Art "Impfung" gegen die Allergie: Du bekommst über einen Zeitraum von meist mehreren Jahren in regelmäßigen Abständen eine kleine Menge des allergieauslösenden Stoffes gespritzt. Manchmal funktioniert das auch mit Tabletten oder Tropfen. Durch diese regelmäßige Dosis gewöhnt sich dein Körper nach und nach an den Stoff (in deinem Fall die Pferdehaare) und reagiert nicht mehr so stark darauf. Eine Hyposensibilisierung dauert in der Regel mindestens drei Jahre und ist nur erfolgreich, wenn man regelmäßig hingeht  Ob sie bei dir gemacht werden kann, kann dir dein Arzt sagen.

Informiere dich über Alternativen und verwandte Berufe

Klar wäre es blöd, wenn du nicht Tierärztin werden könntest. Andererseits gibt es viele andere Berufe, die dich vielleicht auch interessieren würden - die du aber (noch) gar nicht kennst. Deshalb empfehlen wir dir, dich einfach mal umzuschauen. Hast du schon den blicksta-Berufstest gemacht? Stöbere einfach mal in den Berufen, die zu dir und deinen Interessen passen. Vielleicht entdeckst du etwas, das dir auch gefällt - und bei dem deine Allergien etwas weniger problematisch sind. In diesem Dokument findest du weitere Informationen dazu.

Lass dich beraten

Unser zweiter Tipp: Lass dich beraten. Das kann zum Beispiel bei einem Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit sein - vielleicht kommt so ein Berater ja sogar zu euch in die Schule. Auch Berufsinformations-, Studien- oder Ausbildungsmessen können dir bei der Orientierung helfen. Schau doch mal bei deinen Events, ob etwas in deiner Nähe dabei ist.

Nicht verzweifeln

Ganz wichtig: Bleib ruhig, auch wenn bei deiner Recherche vielleicht herauskommt, dass ein Tiermedizin-Studium für dich wirklich nicht die beste Alternative ist. Das erscheint dir in dem Moment dann vermutlich wie eine (mittel-)schwere Katastrophe - du wirst aber auf jeden Fall einen beruflichen Weg für dich finden, der gut zu dir passt.

Wir wünschen dir viel Erfolg und drücken alle Daumen!

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