Keine Angst vor dem Gespräch! Tipps vom Profi

Was du tun kannst, wenn du sehr nervös bist – und wie du dich auf „fiese“ Fragen vorbereitest

Keine Angst vor dem Gespräch! Tipps vom Profi

Dir zittern die Hände, wenn du an dein Vorstellungsgespräch denkst? Du hast Angst vor fiesen Fragen? Melanie Harm, Teammanagerin Recruiting bei embrace, ist Bewerbungsexpertin. Sie hilft gemeinsam mit ihren Kollegen Firmen bei der Personalauswahl – von der Stellenanzeige bis zum Bewerbungsgespräch. Im Interview erklärt sie, wie du dich beim Vorstellungsgespräch richtig verhältst.

Was macht man, wenn man vor dem Vorstellungsgespräch total nervös ist?

Nervosität ist ganz normal besonders wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat. Besser wird es, wenn man sich auf einige Fragen vorbereitet. Man kann zum Beispiel zu Hause vor dem Spiegel üben. Oder das Bewerbungsgespräch mit der Familie oder mit Freunden durchspielen. So wird man sicherer.

Und wenn man während des Vorstellungsgesprächs nervös ist?

Auch das ist okay. Man kann damit ruhig offen umgehen und zum Beispiel am Anfang kurz sagen, dass man zum ersten Mal ein Bewerbungsgespräch hat. Dafür haben die Gesprächspartner Verständnis. Ganz wichtig ist, dass man entspannt ankommt. An dem Tag, an dem das Gespräch stattfindet, sollte man, wenn es irgendwie geht, keine anderen Termine haben. Sonst sitzt man womöglich angespannt beim Arzt, weil man nicht weiß, ob man pünktlich zum Bewerbungsgespräch fertig ist. Apropos: Pünktlichkeit ist beim Vorstellungsgespräch ganz, ganz wichtig.

Wie kann man sich auf ‚fiese‘ Fragen zum Lebenslauf vorbereiten?

Wenn es Punkte im Lebenslauf eines Bewerbers gibt, die nicht ganz so gut gelaufen sind, kann man sich auf Fragen dazu vorbereiten. Wenn man in einem bestimmten Schulfach Probleme hat, sollte man erklären können, woran es liegt. Gut ist auch, wenn man schon vor dem Bewerbungsgespräch etwas unternommen hat. Wenn zum Beispiel die Noten in einem Fach schlecht sind, könnte man erwähnen, dass man bereits Nachhilfeunterricht nimmt, um sich zu verbessern. So zeigt man: ‚Das ist mir wichtig, deshalb strenge ich mich an!‘.

Was kann man tun, wenn man das Gefühl hat, dass man sich im Vorstellungsgespräch nicht gut dargestellt hat?

Wenn man am Ende des Gesprächs denkt, dass man vielleicht einen falschen Eindruck hinterlassen hat, kann man das ruhig offen ansprechen. Man kann zum Beispiel fragen: ‚Welchen Eindruck haben Sie von mir gewonnen?‘ und dann gegebenenfalls noch etwas richtigstellen. Wenn einem das erst zu Hause einfällt, kann man zum Beispiel am Tag nach dem Gespräch noch eine kurze Mail schicken, in der man sich für das Gespräch bedankt und noch mal deutlich macht, dass man sich sehr über eine positive Rückmeldung freut.

Apropos Rückmeldung: Darf man anrufen und nachfragen, ob man die Stelle bekommt?

Am Ende des Bewerbungsgesprächs sollte man fragen, bis wann das Unternehmen sich meldet. Das kann sehr unterschiedlich sein. Manche entscheiden sich innerhalb von wenigen Tagen, andere brauchen mehrere Wochen. Hört man bis zu dem vereinbarten Zeitpunkt nichts, kann man natürlich nachfragen.

Und wenn man selbst merkt, dass man bei dem Unternehmen nicht arbeiten möchte?

Auch das kommt vor. Man sollte, wenn einem das schon während des Bewerbungsgesprächs klar wird, das Gespräch ruhig und konzentriert zu Ende führen. Denn selbst wenn man dort hinterher nicht arbeiten möchte, ist es eine gute Übung. Wenn man sich unsicher ist, ob das Unternehmen das richtige ist, kann man auch nach einem Schnupperpraktikum fragen, um die Kollegen und das Arbeitsumfeld kennenzulernen. Vielleicht hat der Eindruck im Vorstellungsgespräch auch getäuscht. Wenn man sich sicher ist, dass man bei einem Unternehmen nicht arbeiten möchte, sollte man der Firma so schnell wie möglich eine Rückmeldung geben. Das ist nur fair den anderen Bewerbern gegenüber.

Wie geht es weiter?

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