Können meine Eltern mich zu einer bestimmten Ausbildung zwingen?

Die Dienstagsfrage vom 23. Februar 2016

Können meine Eltern mich zu einer bestimmten Ausbildung zwingen?

An dieser Stelle beantworten wir jede Woche eine Frage. Wenn du auch eine Frage hast, melde dich gerne unter dienstagsfrage@blicksta.de bei uns!

Meine Eltern zwingen mich, nach der Schule eine handwerkliche Ausbildung zu machen. Tischler oder sowas. Ich will aber lieber etwas Kaufmännisches machen (z. B. Kaufmann im Einzelhandel) und glaube auch, dass ich das besser kann. Dürfen sie mir das verbieten?

Nein, das dürfen sie nicht. Das steht sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch:

"In Angelegenheiten der Ausbildung und des Berufs nehmen die Eltern insbesondere auf Eignung und Neigung des Kindes Rücksicht. Bestehen Zweifel, so soll der Rat eines Lehrers oder einer anderen geeigneten Person eingeholt werden."

Klingt erst mal gut. Leider kommt noch ein aber: Wenn du bei Ausbildungsbeginn noch nicht 18 Jahre alt bist, müssen deine Eltern deinen Ausbildungsvertrag ebenfalls unterschreiben. Im schlimmsten Fall können sie sich weigern. Und dann habt ihr ein richtiges Problem. Deshalb: Versuche, dich mit deinen Eltern zu einigen. Damit das besser klappt, kommen jetzt ein paar Tipps:

1. Hört euch gegenseitig zu

Wie verlaufen die Gespräche, die du mit deinen Eltern über das Thema Ausbildung führst? Streitet ihr euch schnell oder hört ihr einander zu? Denn das ist das Wichtigste: Sich gegenseitig zuhören und verstehen. Frag deine Eltern, warum sie wollen, dass du einen handwerklichen Beruf lernst. Und bitte sie, sich deine Argumente anzuhören. Vielleicht wissen sie nicht, welche Aufgaben ein Kaufmann im Einzelhandel hat. Oder sie haben Angst, dass du in diesem Bereich keine Ausbildungsstelle bekommst.

2. Informier dich

Damit sind wir beim zweiten Punkt: Du wirst deine Eltern nicht überzeugen, wenn du keinen Plan hast. Informier dich über die Ausbildung, die du machen möchtest. Was lernst du dort? Wer bietet sie an? In welchen Schulfächern solltest du gut sein, und so weiter. Nur wenn du weißt, was du willst, kannst du das deinen Eltern auch klar machen.

3. Hol dir Unterstützung

Wenn du das Gefühl hast, dass ihr nur streitet oder dass ihr nicht weiterkommt: Hol dir Hilfe! Das kann ein Lehrer sein, dem du vertraust. Oder ein Verwandter, der dich unterstützt.

4. Nutze blicksta, um sie zu überzeugen

Für deine Berufswahl ist es wichtig, dass du weißt, was du willst und was du kannst. Dabei kann dir blicksta helfen. Und zwar so:

  • Mach den blicksta-Interessencheck.
  • Danach weißt du, welche beruflichen Bereiche gut zu dir passen.
  • Außerdem bekommst du dein persönliches Matching: Du siehst bei jedem Ausbildungsgang auf blicksta, zu wie viel Prozent er zu dir passt.

Warum dir das hilft? Weil du mit diesem Matching auch deine Eltern beeindrucken kannst  Zum Beispiel, wenn herauskommt, dass der Beruf Kaufmann im Einzelhandel zu 90 Prozent zu deinen Interessen passt, Tischler aber nur zu 50 Prozent.

Wir wünschen dir, dass du mit deinen Eltern einen gemeinsamen Weg findest. Wir drücken die Daumen!

Und jetzt?

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