Tobias Scharnowski

Von Pudeln, Papiertüten und Projektentwicklung

Von Pudeln, Papiertüten und Projektentwicklung

Tobias Scharnowski war drei Monate in New York

1700 Broadway. Das Bürogebäude existierte tatsächlich. Dies war bereits die zweite gute Nachricht nach der Erkenntnis am Vorabend, dass mein wenige Wochen zuvor gebuchtes Zimmer in Harlem wie im Internet beschrieben vorhanden war. Zwei Südamerikanerinnen mit Pudel hatten mich dort willkommen geheißen.

Büro zwischen Times Square und Central Park

Ich bin Tobias Scharnowski, einer der dualen Wirtschaftsinformatik-Studenten des Jahrgangs 2012 bei Bertelsmann. Nachdem ich von meiner Abteilung einige Monate zuvor die Zusage für einen Auslandseinsatz in New York erhalten hatte, stand ich nun vor dem Bürogebäude unserer amerikanischen Abteilung arvato systems North America am Broadway – irgendwo zwischen Times Square und Central Park. Ausgestattet mit einem Zettel, auf dem ich Namen, Telefonnummern und einige andere Informationen zu meinem ersten Tag festgehalten hatte, betrat ich das Foyer des etwa fünfzigstöckigen Gebäudes.

Arbeitsplatz im 26. Stock

Im 26. Stock empfing mich ein Kollege, der mich jedem persönlich vorstellte. Unsere Runde durch die Etage mit den etwa fünfzig Kollegen endete schließlich in einem gut gefüllten Eck-Büro. Hier befand sich die E-Commerce Entwicklerecke, in der mein Schreibtisch stand.

Zu Beginn meines Aufenthalts wurde ich mit einem kleinen Projekt vertraut gemacht, das von einem jungen Entwickler vorgeschlagen und von ihm zunächst in Teilzeit, später mit zusätzlicher Hilfe in Vollzeit vorangetrieben wurde. Als ich dazustieß, bestand das Team aus zwei amerikanischen Entwicklern. Innerhalb des E-Commerce-Umfelds entwickelten wir eine integrierte Lösung für einen noch nicht erschlossenen Funktionsbereich der Online-Shop-Entwicklungsplattform des gleichnamigen Unternehmens Hybris, einem Partner unserer amerikanischen Tochter.

Ein typischer Arbeitstag

In der ersten Zeit galt es, sich mit der für mich neuen Entwicklungsumgebung und mit der Hybris-Plattform an sich anzufreunden. Glücklicherweise kannte ich mich schon ein wenig mit den genutzten Programmiersprachen aus und konnte mich bei Fragen immer an meine Kollegen wenden.

Jeden Morgen gab es ein „Stand-Up“-Meeting auf dem Flur. Wer widmet sich gerade welcher Aufgabe? Wie ist jeweils der Fortschritt? Gibt es neue Ideen? Was gibt es zum Mittagessen?

Sobald die Aufgaben für den Tag besprochen waren, ging es an die Umsetzung. Da unser Projekt in seinem frühen Stadium laufend konzeptionelle Spielräume bot, trafen wir uns regelmäßig zu Absprachen über neue Oberflächendesigns und Ideen zur Verknüpfung von Inhalten, die uns für eine zusammenhängende Darstellung als wichtig erschienen. Besonders hat mir an diesen Gesprächen gefallen, dass meine Anregungen einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung unseres Produktes auf allen Ebenen leisten konnten und mein Feedback sichtbar in die Entwicklung einging.

Das Ende eines Arbeitstages nutzte ich dazu, meine Änderungen möglichst geordnet in unser Quellcode-System einzupflegen – in der Hoffnung, meinen Kollegen mit meinem Werk am nächsten Morgen keine allzu großen Kopfschmerzen zu bereiten.

Gemeinsame Unternehmungen nach der Arbeit

Die New Yorker Abteilung zeichnete sich dadurch aus, dass die Kollegen auch außerhalb der Arbeit viel miteinander unternahmen. Neben dem täglichen gemeinsamen Mittagessen in der Stadt in variierenden Gruppen waren abendliche Touren keine Seltenheit. Wir feierten Geburtstage, besuchten Bars und eine der berühmten Comedy-Runden am Times Square.

Brown Bag Lunches

Auch im Büro selbst fanden zur Mittagszeit Veranstaltungen statt. So besuchte ich mit großem Interesse die sogenannten „Brown Bag Lunches“, Präsentationen von Kollegen, zu denen man sein Mittagessen (meist in einem braunen Papierbeutel, daher der Name) mitbrachte und in denen von den neuesten Erfahrungen aus Projekten, der Softwareentwicklung oder persönlichen, technologienahen Hobbies berichtet wurde.

Meine freie Zeit nutzte ich unter anderem für ein langes Wochenende in Washington D.C. und die Erkundung von New York. Außerdem freute ich mich über einen Besuch eines Freundes, der gerade wegen eines Praktikums in Kanada war und später über den Besuch meiner Familie und meiner Freundin, denen ich im Lauf einer Woche New York zeigte.

Es ist …

… unmöglich, alle Eindrücke eines solchen Aufenthalts in einen Bericht zu fassen. Ich habe meine Zeit bei den amerikanischen Kollegen sehr genossen. Ich fühlte mich in der Abteilung  an die Atmosphäre eines neu gegründeten Unternehmens erinnert, in dem bei einer überschaubaren Teamgröße ein besonderer Geist von unbegrenzten Ideen und Möglichkeiten herrschte. Die Arbeit jedes Mitglieds wurde anerkannt und konnte einen großen Einfluss auf die Produkte des Unternehmens bedeuten.

New York ist eine beeindruckende Stadt, die auch nach mehreren Monaten immer eine Überraschung bereithielt. Die Umsetzung meines Aufenthaltes bedurfte einiger Eigeninitiative, wie der Suche einer Wohnung und der in großen Teilen eigenständigen Beantragung eines Visums. Trotzdem bin ich meinem Ausbilder, der amerikanischen Abteilung und Bertelsmann insgesamt dafür dankbar, mir diese Erfahrung ermöglicht zu haben. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein Wiedersehen am Big Apple!

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