Felix

Ganz hoch hinaus: So arbeiten Fluglotsen - Teil 2

Ganz hoch hinaus: So arbeiten Fluglotsen - Teil 2

Wir haben Felix, 26, an seinem Arbeitsplatz im Tower am Flughafen Hannover besucht

Dies ist der zweite Teil unseres Artikels über Felix, der Fluglotse wird. Den ersten Teil findest du hier.

Viele Wege führen zum Auswahlverfahren

Felix ist einer von etwa 1900 Fluglotsen in Deutschland. Dass er einmal im Tower sitzen würde, war ihm direkt nach dem Abitur im Jahr 2008 noch nicht klar. "Ich hatte zwar schon in der Schule am schwarzen Brett von der Fluglotsenausbildung gelesen, habe mich aber nicht beworben", erzählt er. Nach seinem Zivildienst beginnt er zunächst, Verkehrswesen zu studieren. "Das war mir aber zu trocken", sagt Felix. Er entschließt sich, sich doch bei der Deutschen Flugsicherung (DFS), die die Lotsen ausbildet und beschäftigt, zu bewerben.

Mehrstufiges Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren der DFS hat es in sich: Zunächst erfolgt eine normale schriftliche Bewerbung. Danach bekommen die Bewerber Zugang zu einem Onlinetest, bei dem es vor allem um ihre Biografie geht. Wer in die nächste Runde kommt, wird zu einem zweitägigen Auswahlverfahren nach Hamburg eingeladen. "Dort absolviert man dann mehrere Tests am Computer", erzählt Felix. Es wird unter anderem getestet, wie gut sich die Bewerber konzentrieren können, wenn viele Dinge gleichzeitig passieren. Felix erinnert sich an einen Test, bei dem er eine Stunde lang auf einem Bildschirm Muster bei blinkenden Lichtern erkennen musste. Gleichzeitig hörte er über Kopfhörer bestimmte Tonfolgen, die er den Lichtern zuordnen musste. "Man kann hier gar nicht alles richtig machen", erzählt er. Es geht auch darum, wie man in einer stressigen Situation wie dieser reagiere.

Räumliches Vorstellungsvermögen gefragt

Bei den Auswahltagen in Hamburg geht es aber nicht nur um Konzentrationsfähigkeit, sondern auch um englische Sprachkompetenz oder räumliches Vorstellungsvermögen. "Mathe war nie so meine Stärke, aber ich konnte die Aufgaben trotzdem gut lösen", erzählt Felix. Die größte Schwierigkeit liege darin, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren.

Interview mit Auswahlkommission

Wer die erste Auswahlrunde übersteht, wird zu einer zweiten Runde nach Hamburg eingeladen. In bis zu vier Tagen werden Team- und Entscheidungsfähigkeit getestet. Außerdem gibt es ein Gespräch mit einer Kommission aus Fluglotsen und Psychologen. "Wenn man das auch schafft, steht nur noch die medizinische Untersuchung an", erzählt Felix. Hier werden zum Beispiel die Hörfähigkeit oder das Sehvermögen getestet. Felix hat auch diese Hürde gemeistert. "Als ich gehört habe, dass ich es geschafft habe, konnte ich es gar nicht fassen", erinnert er sich.

Von Berlin nach Frankfurt

Im Januar 2013 beginnt er seine Ausbildung an der Akademie der DFS in Langen. Dafür muss er seine Heimatstadt Berlin verlassen - Langen liegt in der Nähe von Frankfurt/Main. "Erst war ich darüber nicht so glücklich, aber man lernt so super schnell neue Leute kennen", erzählt er heute. In der Akademie steht neben viel Theorie auch Praxis im Towersimulator auf dem Stundenplan.

"Da angekommen, wo ich mich wohlfühle"

Und heute? Felix ist glücklich mit seinem Job, auch wenn der manchmal stressig sein kann. Die Lotsen arbeiten im Schichtdienst, die Verantwortung ist groß. Für Felix ist es deshalb wichtig, in seiner Freizeit den Kopf freizubekommen. "Ich mache viel Sport und bin in meiner Freizeit oft draußen unterwegs", sagt er. Einen anderen Job kann er sich nicht vorstellen: "Ich bin da angekommen, wo ich mich richtig wohlfühle."

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