Ann Cathrin

"Man sollte mit Kritik umgehen können"

"Man sollte mit Kritik umgehen können"

Modedesign-Studentin und Bloggerin Ann Cathrin im blicksta-Interview

Mode studieren – davon träumen viele. Ann Cathrin, 24, hat die schwierige Aufnahmeprüfung geschafft und studiert seit September 2014 Modedesign an der Fachhochschule Bielefeld. Warum sie erst einen anderen Studiengang abgeschlossen hat und wie man die Aufnahmeprüfung schafft, hat sie uns im Interview erzählt. Neben ihrem Studium schreibt Ann Cathrin gemeinsam mit ihrer Freundin Lena einen Blog. Ein Interview mit Lena findest du hier.

Ann Cathrin, du bist 24 und studierst seit kurzem Modedesign. Was hast du denn vorher gemacht?

Ich habe Anglistik und Romanistik studiert und das Bachelorstudium auch abgeschlossen. Das Studium hat mir gut gefallen, ich habe auch gerne wissenschaftlich gearbeitet.

…du hast dich aber letztendlich anders entschieden?

Ja. Gegen Ende meines Studiums habe ich eine kleine Krise gekriegt, weil ich gemerkt habe, dass ich in dem Bereich irgendwie keine Zukunft für mich sehe. Ich wusste nicht, was ich mit meinem Studium machen soll und habe meine Freunde monatelang genervt (lacht).

Wie kamst du dann auf Modedesign?

Nebenbei habe ich damals schon bei P&C gearbeitet. Eine Kollegin dort hat mir erzählt, dass sie den Bachelor Modedesign hier an der Fachhochschule studiert. Irgendwie dachte ich plötzlich: ‚Das hättest du von Anfang an machen sollen.‘ Da habe ich beschlossen, mich zu bewerben.

Für die Bewerbung muss man ja eine Mappe mit eigenen Arbeiten einreichen. Wie erstellt man die – und was gehört rein?

Das ist bei jeder Hochschule anders, deshalb sollte man sich vorher informieren, was verlangt wird. Manche stellen ein Thema, bei anderen ist man total frei. Ich bin damals erstmal in die Zeichenschule gegangen und habe Zeichnen gelernt. In die Mappe kommen dann diverse Zeichnungen und Entwürfe, die man über die Monate oder Jahre zusammengestellt hat.

Wie läuft dann die Eignungsprüfung ab?

Das ist von Uni zu Uni unterschiedlich. In Bielefeld dauert sie zwei Tage. Am ersten Tag reicht man seine Mappe ein und erfährt abends, ob man eine Runde weiter ist. Am zweiten Tag gibt es dann eine praktische Prüfung, bei der man eine Zeichnung anfertigen muss und eine theoretische Prüfung. Da geht es dann um Fragen zur Modewelt.


Was gefällt dir am besten an deinem Studium?

An der Fachhochschule ist der Umgang zwischen Studenten und Dozenten viel persönlicher als an der Uni. Jeder kennt hier jeden, die Bürotüren stehen immer offen. Wir haben sehr viele verschiedene Fächer - von Modegrafik über Kostümgeschichte bis zu Kollektionsgestaltung und Rhetorik. Mir gefällt der kreative Prozess, den man immer wieder durchläuft - besonders natürlich bei den eigenen Entwürfen.

Was sollte man für ein Modedesignstudium mitbringen?

Man sollte mit Kritik umgehen können und sich ein dickes Fell aneignen. Es bringt nichts, wenn man bei jeder Kritik sofort anfängt zu heulen oder sich angegriffen fühlt. Man sollte sehr offen sein und Lust darauf haben, sich selbst auszuprobieren. Es ist super, wenn man schon vorher nähen kann. Ich konnte das aber auch nicht und lerne es jetzt. Das geht auch, ist aber natürlich anstrengender.

Weißt du schon, wie es nach deinem Studium weitergeht?

Ich sehe mein Studium als eine Reise und eine Möglichkeit, wo sie hingehen könnte, ist die Selbstständigkeit. Ich könnte mir das vorstellen, aber bis dahin ist ja auch noch etwas Zeit.

Mehr über Ann Cathrin und ihr Studium erfährst du auch in ihrem Blog Fashion Fika.

Web-Adresse: https://blicksta.de/partner/blicksta/erfahrungsberichte/man-sollte-mit-kritik-umgehen-koennen
© blicksta 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Medienfabrik Gütersloh GmbH