Julia

"Man sollte sich auch für Biologie und Neurologie interessieren"

"Man sollte sich auch für Biologie und Neurologie interessieren"

Julia studiert Psychologie. Den Bachelor hat sie bereits geschafft, gerade macht sie ihren Master. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen gefragt: Warum sie sich für das Fach entschieden hat, was ihr gut und weniger gut gefällt - und was sie denjenigen raten würde, die ebenfalls überlegen, Psychologie zu studieren.

Julia, warum hast du dich für deinen Studiengang entschieden?

Für mich war recht schnell klar, dass ich später einmal mit Menschen in irgendeinem sozialen Beruf arbeiten möchte. Gemeinsam mit meinem Bruder habe ich damals überlegt, was für Studiengänge für mich infrage kommen könnten und bin dann schließlich auf das Psychologiestudium gestoßen.

War das eine klare Entscheidung oder hast du zwischen verschiedenen Varianten geschwankt?

Ganz so klar war meine Entscheidung nicht. Ich hätte mir auch gut vorstellen können, Grundschullehramt zu studieren. Letztendlich war mein Interesse an Psychologie aber doch größer.

War es schwierig, den Platz zu bekommen? Hast du dich zum Beispiel auch an mehreren Unis beworben?

Ich habe wirklich Glück gehabt, einen Studienplatz in Bochum zu bekommen. Der NC für das Psychologiestudium ist recht hoch. Ich habe mich vorsichtshalber an mehreren Unis für das Psychologiestudium und auch für das Lehramtsstudium in Dortmund beworben. Da ich erst sehr spät einen Platz in Bochum bekommen habe, hatte ich mich erst mal in Dortmund für Grundschullehramt eingeschrieben. Ich habe mich wirklich gefreut, dass es dann schließlich doch noch mit dem Platz in Bochum geklappt hat. Aber ich würde jedem raten, immer auch einen Plan B parat zu haben.

Wie waren die ersten Semester im Studiengang Psychologie, hast du dich schnell zurecht gefunden?

Am Anfang war der Übergang von der Schule in das Studentenleben schon eine starke Umgewöhnung. Man muss an der Uni lernen, das Studium eigenverantwortlich zu organisieren und sich rechtzeitig auf Referate, Klausuren etc. vorzubereiten. Vor allem die Klausurenphasen waren für mich totales Neuland und ich bin teilweise wirklich an meine Grenzen gestoßen. Die großen Mengen an Lernstoff haben mich etwas überfordert. Aber mit der Zeit weiß man, wie man sich die Zeit am besten einteilt und effektiv für die Klausuren lernt.

Warst du dir immer sicher, dass Psychologie das Richtige für dich ist?

Es gab immer mal Momente, in denen ich Angst hatte, das Studium nicht zu schaffen und in denen mich der hohe Notendruck im Bachelorstudium wahnsinnig gemacht hat. Trotzdem war mir eigentlich immer klar, dass ich später einmal als Psychologin arbeiten möchte und das Studium inhaltlich auf jeden Fall das Richtige für mich ist und ich deshalb einfach durchhalten muss.

Welche Vorlesungen und Seminare hast du im Bachelorstudium belegt?

Im Bachelorstudium in Bochum nehmen die Statistikvorlesungen besonders im ersten Jahr einen großen Teil des Studiums ein. Außerdem lernt man, wie das Gehirn aufgebaut ist und welche Funktionen verschiedene Hirnareale übernehmen. Man belegt außerdem Vorlesungen und Seminare aus den Bereichen der Entwicklungs-, Kognitions-, Sozial- und Klinischen Psychologie.

Was gefällt dir am besten an deinem Psychologiestudium?

Am besten gefallen mir Seminare, die auch einen praktischen Anteil haben. In denen man zum Beispiel bestimmte Gesprächstechniken lernt und diese dann selbst ausprobieren kann oder verschiedene psychotherapeutische Interventionen durchführt. Leider nehmen solche Seminare nur einen geringen Teil des Studiums der Psychologie ein.

Was magst du nicht so?

Statistik ist nicht so mein Fall, aber es gehört nun mal zum Psychologiestudium dazu, wissenschaftlich zu arbeiten und die Ergebnisse hinterher statistisch auszuwerten.

Hast du schon Praktika gemacht?

Mein erstes Praktikum während des Bachelorstudiums habe ich im Bereich der User-Betreuung bei blicksta gemacht ;-) Während des Masterstudiums war ich für 6 Wochen im Krisenzentrum. Das ist eine Beratungsstelle für Menschen in akuten Krisensituationen.

In welchem Bereich möchtest du nach deinem Master arbeiten?

Ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher, wie es nach dem Studium weitergeht. Ich könnte mir gut vorstellen, als Schulpsychologin zu arbeiten. Vielleicht mache ich aber auch die Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin, damit ich später als Therapeutin in einer Praxis oder in einer Beratungsstelle arbeiten kann.

Wofür sollte man sich interessieren, wenn man überlegt, ebenfalls Psychologie zu studieren?

Man sollte sich, wenn man Psychologie studieren möchte, auf jeden Fall auch für biologische Vorgänge und für Neurologie interessieren. Ansonsten sollte man natürlich Interesse an kognitiven Vorgängen und verschiedenen Störungsbildern haben. Da man im Studium häufig englische Studien und Lehrbücher lesen muss, sollte man auch keine grundlegende Abneigung gegen das Englische haben, sonst könnte es schwierig werden.

Und jetzt?

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