Lisa

"Mitten im Urwald kam mir die Idee, Musik zu studieren"

"Mitten im Urwald kam mir die Idee, Musik zu studieren"

Lisa, 25, studiert im 7. Semester Jazzgesang in Hamburg

Lisa studiert am Hamburger Konservatorium den Studiengang Jazzgesang DME. Die Abkürzung steht für Diplom-Musikerziehung. Sie kann nach ihrem Studium sowohl selbst als Musikerin arbeiten als auch anderen das Musizieren beibringen. Wir haben mit ihr über ihr Studium gesprochen.

Lisa, wie bist du darauf gekommen, Jazzgesang zu studieren? Das ist ja ein recht ungewöhnlicher Studiengang.

Ich bin ganz lange gar nicht darauf gekommen! (lacht) Ich war nach der Schule ein Jahr in Australien und habe dort Work & Travel gemacht. Und plötzlich, ich war mitten im Urwald, kam die Erkenntnis: Ich will mein Hobby zum Beruf machen.

Hast du denn vorher schon viel Musik gemacht?

Ja, die ganze Zeit! Ich habe mit sieben Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Mit 13 habe ich dann mit dem Singen angefangen. Ich war in mehreren Bandprojekten, hatte jede Woche Gesangsunterricht. Aber irgendwie habe ich es trotzdem nie in Betracht gezogen, das zu meinem Beruf zu machen.

Was wolltest du stattdessen machen?

Ich wusste immer, dass ich mit Menschen arbeiten möchte. Eine genaue Vorstellung hatte ich vor Australien nicht. Als ich dann zurückgekommen bin, habe ich viel im Internet recherchiert. Mein jetziges Studium passt perfekt, weil man Musiker und Pädagoge in einer Person ist.

Was meinst du damit?

Wir bekommen eine fundierte musikalische Ausbildung und machen ein Diplom als Musikerzieher. Damit haben wir sehr viele Perspektiven.

Wie bekommt man einen Studienplatz?

Man muss eine Eignungsprüfung bestehen. Da muss man vorspielen beziehungsweise vorsingen und Klausuren schreiben. Darauf kann man sich aber vorbereiten, es gibt dafür extra Vorbereitungskurse am Konservatorium. Die Prüfung ist nicht einfach, aber man kann es schaffen.

Wie findet man heraus, ob ein Musikstudium das Richtige ist?

Ich glaube, man muss einfach mit Herzblut Musik machen. Wenn man ein Lächeln auf den Lippen hat, wenn man über das Musikmachen spricht, ist das ein sehr gutes Zeichen. Man sollte sich auch nicht verunsichern lassen, seinen Weg zu gehen.

Wie geht es für dich nach dem Studium weiter?

Ich habe viel Spaß daran, Menschen zu unterrichten. Das mache ich auch jetzt schon in verschiedenen Musikschulen. Nach dem Abschluss möchte ich mich selbstständig machen und meine eigene Musikschule gründen.

Haben dir eigentlich viele Menschen dazu geraten, dein Hobby zum Beruf zu machen?

Nein, im Gegenteil, da kamen schon kritische Fragen. Ich antworte dann immer: Was kann es Schöneres geben, als das, was ich am liebsten mache, als Beruf zu haben?

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