Kristina Tangermann, 24, Bootsbauerin, Yacht- und Bootswerft Helmut Dick in Kiel

"Als Bootsbauerin kann ich überall arbeiten, wo Wasser ist"

"Als Bootsbauerin kann ich überall arbeiten, wo Wasser ist"

Was erwartet jemanden, der Bootsbauer werden will?

Wenn du Bootsbauer wirst, dann erwartet dich eine Vielzahl an Arbeiten. Ich beschäftige mich zum Beispiel mit dem Innenausbau und der Wartung der Masten und Motoren. Außerdem lackieren wir Boote von innen und außen. Jedes Boot und jede Aufgabe ist anders und sehr vielfältig. Da gehört es auch dazu, dass die Arbeit mal anstrengend ist. Gerade im Winter gibt es viel zu tun, wenn die Boote alle aus dem Wasser sind und man viel zu reparieren hat. Aber ich hatte bis jetzt noch keinen Arbeitstag, der nicht auch Spaß gemacht hat.

Was gefällt dir an deinem Job besonders gut?

Das Tolle am Bootsbau ist, dass man überall herumkommen kann, da es ein sehr internationaler Beruf ist und das deutsche Handwerk im Ausland sehr anerkannt ist. Als Bootsbauer kann man überall arbeiten, wo es Wasser gibt – denn wo Wasser ist, da ist auch eine Werft. Außerdem mag ich mein Team. Wir gehen alle nett miteinander um und haben viel Spaß. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir alle im gleichen Alter und ein sehr junges Team sind.

Welche Eigenschaften sollte man für die Ausbildung zum Bootsbauer mitbringen?

Beim Bootsbau ist beides gefragt: Kopf- und reine Handwerksarbeit. Kraft und Ausdauer sollte man mitbringen. Man muss sich aber auch gut konzentrieren können und mathematisch auf der Höhe sein – ein kleiner Fehler kann zehn Folgefehler bedeuten. Das beginnt bereits bei der Auswahl des Holzes und geht weiter mit der Flächenberechnung, um die korrekte Menge an Harz oder Lack anzumischen.

Was macht dich besonders stolz?

Mir macht es Spaß, die Dinge zu hinterfragen und nach und nach zu wissen, was man tut. So macht es mich auch besonders stolz, zu wissen, wie ich Werkstoffe miteinander verbinden kann, die vielleicht auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen.

Wie bist du darauf gekommen, Bootsbauerin zu werden?

Meine Berufswahl zur Bootsbauerin hat auf jeden Fall etwas mit meiner Reiselust zu tun. Das ist definitiv ein Vorteil am Handwerk – ob es Dänemark, Australien oder die Karibik ist, du kannst einfach überall arbeiten. Außerdem wollte ich schon immer etwas Handwerkliches mit Holz lernen und habe eine Herausforderung gesucht. Da ist der Beruf der Bootsbauerin genau das Richtige. Ob rund, eckig, mit Kanten oder ohne – der Beruf ist sehr vielfältig und es gibt immer etwas Neues zu tun.

Inwiefern hat dich deine Ausbildung verändert?

Seit meiner Lehre habe ich mehr Ausdauer und kann mich länger konzentrieren. Außerdem bin ich anderen Menschen gegenüber offener geworden. Nach meiner Ausbildung will ich auf jeden Fall nochmal ins Ausland.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Ich bin bisher nur ein paar Mal gesegelt. Die Kraft des Bootes und Windes und das Dahingleiten auf dem Wasser – das hat mir so gut gefallen, dass ich definitiv bald meinen Segelschein machen möchte.

Wie lautet dein Aufruf an deine Nachfolger?

Du willst wissen, was das für ein Gefühl ist, wenn dein Boot vom Stapel geht? Dann hol’ dir meinen Job!

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