Sebastian Breitbach

„Ich sehe am Ende des Tages immer, was ich geleistet habe“

„Ich sehe am Ende des Tages immer, was ich geleistet habe“

Sebastian Breitbach, 26, hat schon als kleiner Junge mit Begeisterung handwerklich gearbeitet. Deshalb entschied er sich für ein Bauingenieurstudium. Doch schon im ersten Semester war dem jungen Mann aus Karlsruhe das Studium zu theoretisch. Er brach es schließlich ab und startete eine Karriere im Handwerk: als Technischer Modellbauer.

Warum hast du dich nach dem Abitur zunächst für ein Studium entschieden?

Ich bin sehr praktisch veranlagt und dachte deshalb, dass das Bauingenieurstudium zu mir passen könnte.

Woran lag es, dass du das Studium wieder aufgegeben hast?

Schon am Ende des ersten Semesters, als die ersten Prüfungsergebnisse kamen, wusste ich: Studieren ist nichts für mich. Ich habe einfach nicht die Muße, mich vier Wochen vor der Klausur jeden Tag hinzusetzen und die Vorlesungsinhalte durchzuarbeiten.

Du hast trotzdem noch ein weiteres Semester drangehängt?

Ja, das stimmt. Ich bin zwar ab und an zu einigen Vorlesungen gegangen, wirklich studiert habe ich aber nicht mehr. Zum Ende des zweiten Semesters habe ich mir verschiedene Berufe angeschaut, die mich interessieren könnten.

Wie hat es sich angefühlt, das Studium abzubrechen?

Auf der einen Seite war das kein schönes Gefühl, denn ich dachte, ich hätte ein Jahr verschwendet. Auf der anderen Seite fühlte ich mich aber sehr erleichtert. Vor allem der Gedanke, dass etwas Neues kommen würde, machte mich glücklich.

Wie haben deine Familie und deine Freunde reagiert?

Da meine Eltern mir mein Studium finanziert haben, habe ich schon vor meiner Entscheidung mit ihnen gesprochen. Anfangs wollten sie mich noch zum Weitermachen motivieren, haben dann aber eingesehen, dass Studieren mir nicht liegt. Auch meine Freundin und die anderen in meinem Umfeld haben mich in meinem Entschluss bestärkt, ins Handwerk zu wechseln.

Wie verlief dann der Start in die Ausbildung für dich?

Ich habe mich für einen Ausbildungsplatz zum Modellbauer der Fachrichtung Gießerei beworben und wurde vom Betrieb direkt zum Probearbeiten eingeladen. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht und nur einige Wochen später habe ich in demselben Betrieb meine Ausbildung begonnen. Was mich besonders gefreut hat: Je länger ich in dem Betrieb arbeitete, desto mehr verantwortungsvolle Aufgaben wurden mir übertragen. Wenn man erkennt, dass einem das Modellbauen liegt, motiviert das total.
Die Handwerkskammer hat mir sogar dabei geholfen, die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen.

Was begeistert dich an deinem Beruf als Technischer Modellbauer?

In meinem Beruf arbeite ich jetzt mit den unterschiedlichsten Werkstoffen. Als Modellbauer habe ich einen sehr abwechslungsreichen Beruf, ich baue nie ein und dieselben Dinge. Und am Ende des Tages Tages sehe ich immer, was ich geleistet habe. Das macht mich stolz und unheimlich glücklich. Mein Beruf macht mir so viel Spaß, dass ich mich jeden Tag schon beim Aufstehen aufs Arbeiten freue.

Was rätst du Studierenden, denen es nun ähnlich geht wie dir damals?

Ich kann ihnen nur den Wechsel empfehlen. Ein Studium nur deshalb durchzuziehen, weil man später vielleicht mehr verdient oder weil es die Eltern wollen, macht keinen Sinn. Im Handwerk gibt es so viele Chancen, erfolgreich zu sein und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Natürlich hat man in der Berufsschule auch theoretischen Unterricht. Aber man lernt dort das, was man kurze Zeit später im Betrieb anwendet und sieht am Ende des Tages, was man geleistet hat.

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