Christian Bönninger, 21, Gerüstbauer, Gerüstbau Bönninger

"Von Muskelkater sollte man sich nicht abschrecken lassen"

"Von Muskelkater sollte man sich nicht abschrecken lassen"

Wie sieht der Job als Gerüstbauer aus?

Als Gerüstbauer trägst du eine große Verantwortung, denn Gerüste müssen jede Menge abkönnen, egal wie stark der Sturm ist. Aber der Job bedeutet auch sehr viel Spaß, ist ziemlich umfangreich, man hat gute Karrierechancen und – er besteht nicht nur aus der Arbeit auf dem Gerüst, sondern auch aus viel Planung und Koordination. Wir arbeiten täglich mit jeder Menge Material, das wir hin- und her bewegen, das ist natürlich auch der Reiz am Gerüstbau. Aber jeder Auftrag ist anders und so müssen wir auch genau überlegen, wo man beispielsweise Felder errichtet oder Rohre anschraubt. So einfach, wie es aussieht, ist es auf keinen Fall. Man muss auch seinen Kopf benutzen. Das Gerüst muss natürlich ordentlich zusammengebaut sein, denn jegliche Folge-Handwerker müssen auf dem Gerüst sicher arbeiten können.

Welche Eigenschaften sollte man für die Ausbildung zum Gerüstbauer mitbringen?

Das Wichtigste bei meinem Beruf: Du solltest kein Einzelkämpfer sein. Man muss sich immer auf die Kollegen und sie sich wiederum auf einen verlassen können. Wenn du Gerüstbauer werden willst, musst du auf jeden Fall zuverlässig und teamfähig sein. Außerdem ist es wichtig, dass man schwindelfrei ist und mit anpacken kann – Gerüstbauer ist eben kein langweiliger Bürojob, da bist du bei Wind und Wetter draußen und die Leute vertrauen dir ihr Leben an. Vom ersten Muskelkater sollte man sich auch nicht abschrecken lassen – der verschwand bei mir nach der dritten Woche.

Was macht dich in deinem Job besonders stolz?

Stolz macht mich, wenn ich ein eingerüstetes Gebäude sehe und weiß, dass ich das gemeinsam mit meinem Team aufgebaut habe.

Ist Gerüstbauer ein Männerjob?

Viele haben die Vorstellung, Gerüstbauer sind ausschließlich Männer. Das ist aber nicht so, auch Frauen arbeiten in diesem Handwerk, wie zum Beispiel meine 19-jährige Schwester. Sie ist vor Kurzem zu Deutschlands jüngster Gerüstbaumeisterin gekürt worden. Das finde ich gut.

Was hast du in deiner Ausbildung gelernt?

Das Wichtigste, das man lernt ist, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen können müssen und wissen, wie man die verschiedensten Arten von Gerüste aufbaut. Man geht ganz anders an viele Dinge heran, weil man auch reifer geworden ist.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich möchte auf jeden Fall meine Ausbildung zu Ende machen und, um die Kolonne einmal anleiten zu können, anschließend einen LKW-Führerschein machen. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Schulung zum Kolonnenführer und hinterher den Meisterabschluss zu machen – den Meistertitel möchte ich definitiv haben.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

In meiner Freizeit treffe ich mich mit Freunden, fahre Fahrrad oder entspanne mich auch mal auf der Couch.

Wie lautet dein Aufruf an deine Nachfolger?

Der Job macht Spaß, du trägst aber auch eine große Verantwortung und wenn das genau dein Ding ist, dann hol’ dir meinen Job!

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