Auszubildender Khaled

„Fürs Programmieren habe ich mich schon als Kind interessiert“

„Fürs Programmieren habe ich mich schon als Kind interessiert“

Mein Name ist Khaled. Ich bin 25 Jahre alt und komme aus Syrien. Ich arbeite seit September 2014 bei der Deutschen Telekom in Dresden und bin Auszubildender zum Fachinformatiker Systemintegration.

Khaled, wie bist du zu deinem Ausbildungsberuf gekommen?

Für das Programmieren habe ich mich schon als Kind interessiert und mir viele Kenntnisse angeeignet. Leider hatte ich keine Möglichkeit, Informatik zu studieren. Eigentlich wollte ich in Syrien bei einem Telekommunikationsunternehmen arbeiten. Doch dann kam der Krieg dazwischen, und ich musste meine Zukunftspläne vorerst aufgeben.

Wie ging es in Deutschland für dich weiter?

Als ich 2012 nach Deutschland kam, erfuhr ich, dass es hier viele verschiedene Möglichkeiten und Bildungswege gibt, zum Beispiel die duale Ausbildung. Nach einem einjährigen Deutschkurs beim Goethe-Institut habe ich mich dann bei ganz vielen Firmen beworben - darunter auch die Deutsche Telekom.

Wie lief die Bewerbung bei der Telekom ab?

Zuerst wusste ich gar nicht, was eine Bewerbung ist und wie das alles überhaupt abläuft. Das habe ich dann aus dem Internet erfahren. Doch wie schreibt man einen Lebenslauf? Bisher hatte ich das noch nie gemacht. Hilfe habe ich bei der Bildungsagentur in Dresden bekommen, die kostenlose Beratungen zu Bewerbung und Lebenslauf anbietet. Nach dem dortigen Termin kam ich mit einer perfekten Bewerbungsmappe wieder heraus. Auf meine Bewerbungen habe ich mehrere Angebote erhalten. Die Telekom lud mich gleich zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ins Ausbildungszentrum Dresden ein. Ich war sehr nervös, weil ich noch nie zuvor so etwas gemacht hatte und Deutsch für mich ja auch eine Fremdsprache ist.

Wie war das Vorstellungsgespräch?

Die Gespräche mit mir und meinen vier Mitbewerbern dauerten etwa drei Stunden. Um 12 Uhr entschied das Ausbildungszentrum schließlich, wer eine Zusage bekommt. Es war wirklich sehr aufregend. Als ich gefragt wurde, ob ich mich selbst für geeignet halte, habe ich gesagt: „Von meinen Kenntnissen her schon, aber ich fühle mich noch nicht sicher genug in der deutschen Sprache.“

War das ein Problem?

Nein! Mein Gegenüber antwortete mit einem Satz, den ich nie vergessen werde: „Du sprichst nach zwei Jahren perfekt Deutsch. Wenn ich Arabisch lernen wollte, würde ich 20 Jahre brauchen und könnte nicht so sprechen wie du heute Deutsch sprichst!“ Dann erhielt ich die Zusage und man sagte mir, dass ich am 1. September bei der Telekom anfangen kann.

Beschreib doch mal, wie ein normaler Tag bei dir abläuft.

Ein Tag in Deutschland ist ganz anders als in Syrien. Hier bin ich ganz auf mich allein gestellt. Ich stehe früher auf und mache einen Plan, was ich heute schaffen will. Denn wer keinen Plan hat, der steuert wie auf einem Schiff ohne Kompass.

Um 7.30 Uhr beginnt der Unterricht im Ausbildungszentrum. In den Praxisphasen, die mir besonders viel Spaß machen, darf ich länger schlafen und muss erst gegen 8 Uhr in meinem Ausbildungsbetrieb bei T-Systems Multimedia Solutions sein. Im ersten Lehrjahr habe ich im Bereich Business Technology gearbeitet, der für interne IT-Services verantwortlich ist. Jetzt arbeite ich in der Abteilung Application Management & Cloud Services.

Was macht dir am meisten Spaß an deiner Arbeit?

Jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, frage ich mich, was ich heute gelernt und von meinem eigenen Plan erledigt habe. Wenn ich alles geschafft habe, dann ist es ein sehr gutes Gefühl! Außerdem habe ich ganz tolle Kollegen. Wenn ich Fragen habe oder etwas nicht verstehe, helfen sie mir sofort weiter.

Und was machst du nicht so gerne?

Ich mag es nicht, wenn ich trotz guter Arbeit während meiner Arbeitszeit nicht alle Aufgaben geschafft habe, die ich mir für diesen Tag vornahm. Ich möchte keinen Stillstand in meinem Beruf haben, ich möchte immer mehr lernen, um immer bessere Leistungen zu erbringen.

Und was machst du in deiner Freizeit?

Ich treffe mich am liebsten mit Freunden zum Sport an der Elbe. Zu Beginn meiner Ausbildung habe ich noch für eineinhalb Jahre nebenberuflich in einem Geschäft gearbeitet. Grund dafür war, dass ich besser Deutsch lernen wollte. Dabei habe ich auch Sächsisch gelernt. Es macht mir Spaß, mich auf regionale Besonderheiten einzulassen, ich fühle mich wohl damit.

Seit März 2016 betreue ich regelmäßig Flüchtlinge bei einer Krankenkasse. So kann ich  meine Erfahrungen weitergeben und anderen Menschen helfen. Das macht mich glücklich.

Wie lange dauert deine Ausbildung noch?

Insgesamt 3 Jahre. Im Moment bereite ich das Abschlussprojekt meiner Ausbildung vor, denn im nächsten Jahr steht meine Abschlussprüfung bevor. Bis dahin muss ich das Projekt zum Thema Puppet Server fertigstellen.

Was sollte jemand beachten, der sich für deine Ausbildung interessiert?

Man muss auf jeden Fall gut Deutsch sprechen und verstehen. Während der Ausbildung lernt man jeden Tag etwas Neues, um das aufzunehmen, braucht man ein gutes sprachliches Basiswissen. Zur Informatikausbildung gehören aber auch fachliche Kenntnisse, zum Beispiel in Programmiersprachen. Für meine Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration sollte man sich mit Hard- und Software, dem Linux-Betriebssystem sowie Netzwerkadministration auskennen.

Dein Fazit: Meine Ausbildung ist toll, weil...

... ich gleichzeitig lerne und praktisch arbeite. Nach der Ausbildung kann ich gleich in den Beruf starten und kenne mich schon gut aus. Oder ich kann auch nebenbei weiter studieren. Ich habe viel Praktisches gelernt und mir parallel die ganze Theorie dazu angeeignet. Ich schätze sehr, dass ich mir in der Firma meine Arbeitszeit selbst einteilen kann und sehr frei bin in meiner Arbeitsweise. Wir sind in der Schule und im Ausbildungsbetrieb ein gutes Team und ich bin voll integriert.

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