Karen, Studentin Industriemanagement EUFH Brühl

Sawadika aus Bangkok

Sawadika aus Bangkok

Am besten fange ich mittendrin in dem Großstadtdschungel an , in dem ich mich momentan befinde. Jeder der New York als „The City that never sleeps“ betitelt, war noch nie in seinem Leben in Bangkok! Diese Stadt kennt weder Ladenschlussgesetze geschweige denn Verkehrsregeln.

Die erste Woche gestaltete sich als unheimlich anstrengend, da viele organisatorische Angelegenheiten geregelt werden mussten, wie zum Beispiel eine Unterkunft für die kommenden Monate und die Anmeldung an der Ramkhamhaeng University. Die Registrierung gestaltete sich wesentlich komplexer als wir es vermuteten, da man aus einem  30-seitigen Katalog vollkommen flexibel seine Kurse zusammenstellen konnte, mit der einzigen Prämisse, dass sich kein Termin überschneidet. Leichter gesagt als getan, wenn man es an der EUFH gewohnt ist einen komplett abgestimmten Stundenplan für seine Theoriezeit per Mail zu erhalten.

Letztendlich hat aber alles geklappt, trotz einiger Komplikationen, und wir haben eine schöne Apartmentanlage ca. 20 Fahrminuten außerhalb des Zentrums gefunden. Dort wohnen viele Austauschstudenten, die sich abends im Innenhof treffen. Viele Tipps wurden ausgetauscht und so haben wir auch schnell erfahren, dass in der Miete sogar die Nutzung eines benachbarten Hotelpools inkludiert ist, was in Anbetracht der Temperaturen über 30 Grad natürlich eine willkommene Abkühlung darstellt!

Nun konnten wir uns voll und ganz auf alle neuen Eindrücke in Bangkok konzentrieren, wie beispielsweise die verschiedenen Gerüche der Straßenstände, den Geräuschpegel vom Verkehr, die thailändische Kultur und das tropische Klima, woran man sich als Europäer wohl nie gewöhnen wird.

Die Ramkhamhaeng University liegt ungefähr 30 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt und es ist fast normal morgens schweißgebadet im Vorlesungssaal anzukommen.Sie zählt mit über 500 000 Studenten zu einer der größten des Landes und wir waren anfangs positiv überrascht, dass viele Kurse sogar eine ähnliche Größe haben wie die an der EUFH. Der größte Vorlesungsraum der Internationalen Fakultät bietet Platz für 200 Studenten und es ist jeden Morgen ein wirres Durcheinander bis sich thailändische und internationale Studenten auf den Plätzen zusammen gefunden haben.

Jeden Tag ist ab 16 Uhr auf dem Unigelände, welches gefühlt so groß ist wie ganz Brühl, ein Nachtmarkt und dort kann man für wenig Geld wirklich alles kaufen was das Herz begehrt.  Die Thailänder lieben es die Abendstunden auf einem der unzähligen Nachtmärkte der Stadt zu verbringen und dort zu essen, shoppen, der Livemusik zu lauschen und bis in die Nachtstunden zusammenzusitzen.

Generell wird in Thailand viel Wert auf Geselligkeit und Spaß gelegt und die Pflichten, wie Arbeiten oder Uni werden nebenbei erfüllt, stets mit dem Fokus auf die Stunden davor oder danach. Diese Leichtigkeit hat man als dualer Student in Deutschland nicht immer, aber hier in Thailand passt man sich nach einiger Zeit automatisch an den lockeren Lebensstil an. Schon allein aus dem Grund, dass man mit seiner deutschen Denkweise hier schnell an gewisse Grenzen stößt, was die Thais einem unmittelbar zu verstehen geben durch ‚Sätze‘ wie „ Ohhhh can not“ oder „No Have, no have“. Klassikersätze die Thailänder bei jeder Gelegenheit verwenden, wenn ihre Englischkenntnisse für mehr nicht ausreichen.

 Während unseres Semesters haben wir mehrere Vorlesungspausen von ein bis zwei Wochen, die sich hervorragend eignen, um andere Teile des Landes kennenzulernen. Mit Bangkok als Ausgangspunkt kann man gefühlt jede Ecke des Landes per Flugzeug, Nachtzug, Minivan oder Roller erkunden. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos  und ich habe bisher mehrere Reisen auf die südlichen Inseln hinter mir und die zweitgrößte Stadt Thailands: Chiang Mai habe ich auch schon erkundet. Ich habe eine atemberaubende Natur zu Gesicht bekommen bei meinen Wanderungen durch den Dschungel oder beim Klettern an Felswänden,- von den paradiesischen Stränden möchte ich gar nicht erst anfangen zu erzählen.

Als besonders eindrucksvoll empfinde ich die moralische Aufrichtigkeit, heitere Gelassenheit und sehr höfliche sowie hilfsbereite Mentalität der Thais, was sicherlich auch durch den buddhistischen Glauben begründet ist. Gemäß dem „Thai Way of Life“  verabschiede ich mich mit einer großen Portion ‚Sanuk‘ , also Spaß, in den Abend und wie kann es anders sein, werde ich jetzt zu einem Nachtmarkt aufbrechen und mich ins Getümmel stürzen.

 

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