Techniker Krankenkasse

Studitalks: Interview mit Marten

Studitalks: Interview mit Marten

IT-Abteilung in einer Krankenkasse? Hört sich ja zum Gähnen langweilig an. Oder?  Unser Wirtschaftsinformatikstudent Marten hat die Antwort!

Was ist aus deiner Sicht der entscheidende Unterschied zwischen Wirtschaftsinformatik und Angewandter Informatik?

Das Grundstudium - Informatik - ist bei beiden Studienfächern identisch. Hier lernen wir u.a. Technische Grundlagen der Informatik, Programmieren, aber auch Mathematik und Algorithmen. Später erfolgt dann die Spezialisierung: Wirtschaftsinformatiker haben Vorlesungen über Wirtschaftswissenschaften (BWL, Rechnungswesen, Marketing etc.) und auch Wirtschaftsinformatik (Datenbanksysteme, IT-Organisation und Projektmanagement, Geschäftsprozessmodellierung usw.). Studenten der Angewandten Informatik hingegen lernen mehr über Softwarequalität, IT-Sicherheit und Programmierparadigmen. Man muss also entscheiden, ob man sein Studium eher in Richtung BWL verlagern, oder sich mehr auf die Anwendungsentwicklung spezialisieren möchte.

IT-Abteilung in einer Krankenkasse? Hört sich ja zum Gähnen langweilig an. Oder siehst du das anders?

Mag für Außenstehende vielleicht so klingen, ist aber das komplette Gegenteil. Mit unserem etwa 350 köpfigen Team haben wir eine der größten IT-Abteilungen in Deutschland mit vielen Einsatzgebieten. So kann man als Student viele Eindrücke gewinnen und unterschiedliche Themen kennenlernen.

Arbeitest du in verschiedenen Bereichen oder fest in einem Team?

Das Studium ist blockweise aufgeteilt, d.h. etwa 12 Wochen Praxis in der Firma wechseln mit 10 Wochen an der Nordakademie (NAK). Studenten haben die Möglichkeit jedes Semester in eine andere Abteilung reinzuschauen und mitzuarbeiten. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit geht es dann gleich “zur Sache” und man wird wie ein vollwertiges Mitglied im Team behandelt.Häufig haben Studenten schon früh Präferenzen und besuchen eine Abteilung auch gerne ein zweites oder drittes Mal, innerhalb ihres Studiums.

Wann beginnt dein Arbeitstag, wann der deiner Kollegen? Seid ihr “frühe Vögel”?

Das ist sehr unterschiedlich. Durch den Luxus, den die TK uns durch Gleitzeit zur Verfügung stellt, kommen manche Kollegen schon früh morgens, andere kurz vor dem Mittag. Das ist aber auch von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich. Es ist jedoch ratsam sich gerade als "Quietschie" (wie die neuen Studenten an der NAK liebevoll genannt werden)  an die Kollegen anzupassen, damit man nicht zu lange alleine im Büro ist und nicht arbeiten kann, weil man dafür Hilfe bräuchte. Ich selbst bin gerne der “frühe Vogel” und fange um 6 Uhr an, damit ich mich um 14 Uhr auf den Heimweg machen kann und noch etwas vom Tag habe. Wenn es aber nicht anders geht, weil ich abends mal wieder Fußball bis in die Nacht geguckt habe, kann es auch passieren, dass ich erst gegen 11 Uhr an meinem Platz sitze. Dann ist es aber ratsam, den Kollegen eine kurze Mail zu schreiben, damit  sich  keiner Sorgen macht.  

Wie ist dein Studienablauf organisiert?

Wie sieht dein Alltag an der Nordakademie aus? Etwa eine Woche vor dem Beginn eines Theorie-Blocks werden die Vorlesungszeiten online bekannt gegeben. Häufig sind das zwei Vorlesungen pro Tag mit einer Mittagspause von ca. 30 - 60 min. Im Gegensatz zu anderen Universitäten, muss man sich als Student an der NAK um eigentlich nichts kümmern. Bis auf Wahlpflichtkurse in den höheren Semestern, sind die Vorlesungen für Semester von der Hochschulleitung festgelegt. Somit muss man sich seine Kurse nicht selbst zusammenstellen. Los geht’s um 9:15 Uhr, aber wenn die Bahn mal zu spät kommt, wird einem auch nicht der Kopf abgerissen. Für mich als Elmshorner sind die Zeiten natürlich sehr angenehm und auch in der Mittagspause kann ich mal schnell nach Hause und mir eine ausgewogene Mahlzeit zubereiten - oder eine Pizza wenn’s schnell gehen muss ;) Auch besteht die Möglichkeit mit den Kommilitonen in die Mensa der Uni zu gehen, die auch sehr leckeres Essen anbietet. Für die ganz großen Genießer unter den Studierenden, bietet Elmshorn viele Möglichkeiten sich wirklich ganz ungesund zu ernähren. Burger King und McDonald’s sind da nur einige Beispiele. Neben den Vorlesungen gibt es viele Referate, die für die nötige Abwechslung sorgen. Es gibt Sport-Referate (z.B. Cross-Fit) oder den NAKtien-Club, falls man sich für das Handeln an der Börse interessiert, bis hin zu NAKkord und NAKapella für die musikalisch Begabten unter uns. Organisiert werden die Referate von Studenten und jedes Jahr, bei der Begrüßung des neuen Jahrgangs, stellen sich die Referate vor, zudem werden über den E-Mail-Verteiler Informationen für alle verschickt. Nicht zu vergessen sind natürlich die Wohnheimpartys und Semesterabschluss-Treffen im Hofbräuhaus in Hamburg, wo man häufig auf Freunde und Mitstudierende aus allen Jahrgängen trifft. Also auch für das typische Studenten-Bild (“immer nur am feiern”) wird hier ein bisschen getan.

Duales Studium und dann? Wie sehen die Zukunftschancen für Dualis in der TK aus?

Nach dem Studium haben bisher alle Absolventen ein Übernahmeangebot von der TK erhalten. Die IT-Abteilung besteht zu ca. 10% aus ehemaligen Studenten. Die TK ist also auch wirklich interessiert daran, ihre Schützlinge an sich zu binden. Eingestellt wird man als sogenannter Fachreferent, was bei der TK bereits eine hohe Position in der Hierarchie ist. Zudem besteht die Möglichkeit berufsbegleitend seinen Master an der NAK zu absolvieren. Dafür stellt die TK einem eine Woche Bildungsurlaub zur Verfügung. Intern gibt es die Möglichkeit sich mit dem JUMP (Junior-Management-Programm) für eine Führungsposition ausbilden zu lassen.