Selamat datang – Herzlich willkommen in Malaysia! Teil 1

"Das Land ist faszinierend" - Cassandra Bräuer erzählt von ihrem Freiwilligendienst im Ausland

Selamat datang – Herzlich willkommen in Malaysia! Teil 1

Cassandra Bräuer (25) hat sich nach ihrem Masterabschluss entschieden, für zwölf Monate nach Malaysia zu gehen und den internationalen Jugendfreiwilligendienst mit der Organisation AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. zu machen. Dort hat sie zum Beispiel als Fotografin und Videoeditorin gearbeitet und Grundschüler an einer chinesischen Schule in Englisch unterrichtet. Aktuell macht sie ein Praktikum in der blicksta-Videoredaktion.

Warum wolltest du ins Ausland?

Während meines Masterstudiums in England habe ich mit drei Indern, fünf Nigerianern, einem Spanier und einem Malaysier zusammengewohnt und konnte viel über die verschiedenen Länder und Kulturen lernen. Das hat mich neugierig gemacht. Also habe ich mich informiert, welche Möglichkeiten es gibt, wieder ins Ausland zu gehen. Mir war es wichtig, dass mein Aufenthalt einen Sinn hat und ich einen Beitrag leisten kann. Deshalb habe ich mich für einen Freiwilligendienst entschieden.

Warum ist deine Wahl auf Malaysia gefallen?

Das Land ist faszinierend, weil es so vielfältig ist und man Einblicke in ganz verschiedene Kulturen erhält. So kann man im Winter das Chinese New Year feiern, im Sommer das Hari Raya Aidilfitri (Fastenbrechen nach dem Ramadan) und im Herbst das Diwali (hinduistisches Lichterfest). Auch historisch hat es einen Reiz. Malaysia wurde von unterschiedlichen Kulturen und Nationen erobert oder besiedelt und ist dementsprechend durch sie geprägt worden. Das spiegelt sich auch beim Essen, in Traditionen oder in der Architektur wider.

Welche Sprache wird dort eigentlich gesprochen?

Die offizielle Landessprache ist Bahasa Melayu. „Herzlichen willkommen“ heißt zum Beispiel „Selamat datang“. Viele Malaysier sind aber auch indischer oder chinesischer Abstammung und so trifft man auch häufig auf diverse chinesische und indische Sprachen.

Das Jahr war bestimmt teuer. Wie hast du dich finanziert?

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst wird zu einem bestimmten Prozentsatz vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Den Rest des Geldes habe ich durch Kuchenverkauf in meiner alten Schule, Arbeiten und Sparen zusammenbekommen. Das Tolle an einem geförderten Freiwilligendienst wie dem IJFD, weltwärts oder dem Freiwilligen Sozialen Jahr ist, dass viele Dinge wie Versicherung, Flug, Unterkunft und Verpflegung bereits finanziert sind.

Sind denn die Kosten in Malaysia so hoch wie in Deutschland?

Nein. Das Leben ist für Europäer erschwinglich. Ein gutes Abendessen aus gebratenem Reis und Saft bekommt man schon für etwa sechs Ringgit, das sind, je nach Wechselkurs, etwa 1,50 Euro. Für Einheimische sieht das Ganze natürlich anders aus, denn die Löhne sind oft dementsprechend niedrig. Gerade in Kuala Lumpur, der Hauptstadt und dem wirtschaftlichen Herzen des Landes, findet man kaum ein Zimmer unter 500 Ringgit pro Monat. Bei einem Verdienst von teilweise unter 2000 Ringgit bleibt da nicht mehr viel übrig. Als Freiwillige musste ich dennoch auf mein Budget achten, denn während des Jahres standen mir nur mein Kindergeld, ein kleines Taschengeld und mein Erspartes zur Verfügung.

So ein Jahr will ja gut vorbereitet sein. Wie war das bei dir?

Das Meiste wird von AFS vorbereitet und ist recht schnell geklärt. Ich bekam eine genaue Checkliste, die ich abarbeiten konnte. Dazu gehören zum Beispiel die Unterlagen für das Visum, Impfungen und Bankangelegenheiten. Während des Freiwilligendienstes konnte ich weiter Kindergeld beziehen, dafür musste ich entsprechende Nachweise einreichen. Uns wurde auch empfohlen, sich beim Elektronischen Erfassungssystem von Deutschen im Ausland zu registrieren. Im Falle von Naturkatastrophen und ähnlichem kann einen die Deutsche Botschaft vor Ort dann unterstützen.

Wie hast du dich darüber hinaus auf die Reise vorbereitet?

Ich habe ein zehntägiges Seminar gemacht. Das ist vom Bundesfamilienministerium vorgeschrieben. Dort habe ich meine Mitreisenden und Freiwillige aus anderen Ländern kennen gelernt und mich mit Rückkehrern ausgetauscht. Zusätzlich haben wir verschiedene Rollenspiele und Diskussionen gemacht, die mir geholfen haben, mich auf Konflikt- und Problemsituationen vorzubereiten. Das hat jede Menge Spaß gemacht und ich habe zum ersten Mal andere Freiwillige getroffen, denen die gleichen Fragen, Ängste und Hoffnungen durch den Kopf gingen.

Und jetzt?

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