So finanzierst du deine Ausbildung mit BAföG & Co.

Welche finanziellen Hilfen es gibt, wer sie bekommt und wo du dich informieren kannst

So finanzierst du deine Ausbildung mit BAföG & Co.

Du hast einen Ausbildungsplatz ergattert und verdienst nun dein erstes eigenes Geld? Glückwunsch! Doch vermutlich reicht dein Einkommen längst nicht aus, um deinen Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten. Wenn dann auch deine Eltern keinen Zuschuss geben können, kann es ganz schön eng werden. Aber keine Panik! In diesem Fall bietet dir der Staat finanzielle Unterstützung an, zum Beispiel mit der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder auch im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG). Ob du einen Anspruch auf BAB oder BaföG hast und wie du diese Hilfen beantragen kannst, erklären wir dir hier.

Wovon hängt mein Einkommen ab?

Ein Auszubildender muss in den meisten Berufen mit wenig Einkommen auskommen. Wie viel Gehalt du bekommst, hängt davon ab, zu welcher Branche dein Ausbildungsberuf gehört, ob nach einem Tarifvertrag bezahlt wird und in welchem Bundesland du lebst. Und: Das Bruttogehalt entspricht nicht dem Nettogehalt, da in der Regel noch für die Sozialversicherungen und die Lohnsteuer etwas abgezogen wird. Lohnsteuer musst du zahlen, wenn du monatlich mehr als 940 Euro verdienst, Sozialversicherung ab einem Gehalt von 325 Euro.

Je nachdem, in welcher Region Deutschlands du wohnst – in günstigeren oder eher teuren Städten – und ob du noch bei deinen Eltern wohnst oder nicht, reicht das Ausbildungsgehalt oft nicht zum Leben aus. Bei einer schulischen Ausbildung bekommen die Azubis oft gar kein Gehalt und haben häufig noch zusätzliche Kosten für Unterrichtsmaterialien. Deshalb solltest du schnell herauszufinden, ob du Anspruch auf Förderung hast. 

Hilfe für Auszubildende, die Erste: BAB

Damit jeder Auszubildende während seiner Lehrzeit genug zum Leben hat, gibt es die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Diese wird während einer anerkannten Berufsausbildung oder einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (dabei wird der Schulabschluss nachgeholt) gewährt. Die Berufsausbildungsbeihilfe kannst du beantragen, wenn alle folgenden Punkte auf dich zutreffen:

  • Du machst du eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
  • Du hast vorher noch keine andere Ausbildung gemacht (nur die erste Ausbildung wird gefördert!).
  • Du wohnst nicht bei deinen Eltern. Aber Achtung: Wenn du unter 18 bist, bekommst du nur BAB, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnen kannst. Zum Beispiel, weil du verheiratet bist, weil du ein Kind hast, weil dein Ausbildungsort zu weit weg ist oder weil du aus sozialen Gründen nicht mehr zuhause wohnen kannst. Wenn diese Gründe nicht erfüllt sind, bekommst du keine BAB.
  • Deine Eltern können dich während deiner Ausbildung nicht unterstützten. Hierzu wird berechnet, wie viel du für deinen Lebensunterhalt brauchst und wie viel Geld du von ihnen bekommen könntest bzw. selbst verdienst.

Wenn du eine berufsvorbereitende Maßnahme machst, gelten weitere Bedingungen.

Mit dem BAB-Rechner kannst du testen, ob du voraussichtlich BAB bekommen würdest und in welcher Höhe.

Um Berufsausbildungsbeihilfe zu erhalten, musst du einen Antrag stellen. Das Formular für die BAB bekommst du bei der Agentur für Arbeit in deinem Wohnort. Den Antrag stellst du am besten noch vor dem Beginn deiner Ausbildung. Wird der Antrag später gestellt, bekommst du erst ab dem Monat Beihilfe, in dem du den Antrag gestellt hast. Übrigens: Die Berufsausbildungsbeihilfe musst du nicht zurückzahlen. Auf diesen Seiten findest du noch weitere Informationen zur Berufsausbildungsbeihilfe sowie eine Broschüre zum Download. Für schulische Ausbildungen kannst du allerdings keine BAB beantragen, sondern nur BAföG.

Hilfe für Auszubildende, die Zweite: BAföG

Bist du nicht in einer betrieblichen Berufsausbildung, sondern gehst zur Schule? Dann hast du vielleicht trotzdem einen Anspruch auf Förderung. Neben der BAB gibt es nämlich noch das sogenannte Schüler-BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz). So ähnlich wie Studenten auch BAföG für ihr Studium beantragen können, kann das Schüler-BAföG für schulische Ausbildungen beantragt werden. Du kannst es auch dann beziehen, wenn du noch bei deinen Eltern und nicht in einer eigenen Wohnung wohnst. Ob du das BAföG-Geld später teilweise zurückzahlen musst, hängt davon ab, auf welche Schule du gehst. Bis auf wenige Ausnahmen wird das Schüler-BAföG allerdings als Vollzuschuss geleistet. Das heißt: Du musst es hinterher nicht zurückzahlen. Auf dieser Internetseite erfährst du mehr. Alle Infos zum BAföG findest du auch in diesem Text.

Weitere Hilfen

Wenn du noch dabei bist, dich für eine Ausbildung zu bewerben, kannst du Unterstützung bei den Kosten für Bewerbungen und Reisekosten bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Das geht nicht im Internet, sondern auch nur nach einer Beratung in der Agentur vor Ort. Informier dich am besten, bevor du anfängst, dich zu bewerben. Auch Kindergeld steht dir beziehungsweise deinen Eltern während einer Ausbildung weiterhin zu, solange du noch nicht 25 Jahre alt bist.

Wie geht es weiter?

Web-Adresse: https://blicksta.de/so-finanzierst-du-deine-ausbildung-mit-bafoeg-co.html
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