So läuft ein Berufswahlcoaching ab

Wir haben Annika, Arne und Ronja bei einem Coaching begleitet

So läuft ein Berufswahlcoaching ab

Auf blicksta verlosen wir oft Berufswahlcoachings unseres Kooperationspartners Einstieg. Allein, in einer Gruppe oder per Skype setzt du dich gemeinsam mit einem Trainer mit deinen Interessen und Fähigkeiten auseinander. Um zu sehen, ob gerade Coachings verlost werden, schau bei deinen Goodies nach - wichtig: vorher einloggen/anmelden! Was genau bei einem Coaching passiert, erfährst du in diesem Text. Denn wir waren bei einem Gruppencoaching dabei 

1. Wer bin ich?

Es ist Samstagmorgen, kurz vor 10 Uhr. Nacheinander trudeln Annika, Arne und Ronja im blicksta-Büro ein, wo heute ein Gruppencoaching stattfindet. Die drei gehen alle in die zehnte Klasse eines Gymnasiums. Nun sitzen sie zusammen mit Trainerin Ute Michaelis in einem Konferenzraum. Zu Beginn des Coachings gibt es eine etwas andere Vorstellungsrunde. Arne, Ronja und Annika haben sich ein Foto ausgesucht, das ihnen besonders gut gefällt. Nun erzählen sie, warum. Auf Arnes Foto ist das Meer zu sehen. "Ich bin gerne am und im Meer", erzählt er. Annikas großes Hobby sind Pferde - dazu passt auch ihr Foto, auf dem ein Pferd zu sehen ist. Jeder erzählt von seinen Hobbys, Wünschen und Ideen für die Zukunft.

2. Welche Eigenschaften habe ich?

Danach teilt Trainerin Ute Michaelis kleine Kärtchen aus, auf denen Eigenschaften stehen. Zum Beispiel "musikalisch", "ehrgeizig", "selbstbewusst", "humorvoll" oder "lebhaft". Jeder darf sich drei Eigenschaften aussuchen. Anhand der Eigenschaften erzählt jeder Coachingteilnehmer etwas über sich. Arne hat sich für "kontaktfreudig", "flexibel" und "gut gelaunt" entschieden. "Das ist das, was viele über mich sagen und was ich auch so lebe", sagt er. Zum Beispiel, wenn er sich ehrenamtlich in einem Projekt für Migranten engagiert.

3. Wo stehe ich?

Alle Teilnehmer berichten davon, wie und ob sie sich schon mit dem Thema Berufsorientierung beschäftigt haben. Ronja hat ein Praktikum im Kindergarten gemacht und gibt Nachhilfe. Annika liebt Pferde und reiten. "Ich will aber beruflich nichts mit Pferden machen", sagt sie. Arne interessiert sich für Meeresbiologie - aber auch für einen Beruf mit Sport und für die Arbeit mit Kindern.

4. Was macht mir Spaß?

Als nächstes füllen alle Coachingteilnehmer ein Arbeitsblatt aus. Es geht darum, sich noch stärker über die eigenen Interessen und Fähigkeiten klar zu werden. Eine Frage lautet: "Was kannst du richtig gut?", eine andere "Welches ist dein Lieblingsfilm/deine Lieblingsserie/dein Lieblingsbuch und warum?". Trainerin Ute Michaelis hilft den Teilnehmern, wenn sie bei einer Frage nicht weiterkommen.

5. Pause!

Ganz wichtig bei einem Coaching: Ausreichend Pausen. "Schließlich denkt man nicht jeden Tag so intensiv über sich nach", sagt Coach Ute Michaelis.

6. Welche Fähigkeiten habe ich?

"Ganz wichtig ist, dass ihr wisst, was ihr könnt", sagt Ute Michaelis, als alle nach der Pause wieder auf ihren Stühlen sitzen. Denn oft macht man sich viele Gedanken darüber, was interessant ist - aber zu wenig darüber, was man wirklich gut kann und machen möchte. Das sollen die Teilnehmer mit einer Mindmap tun.

7. Das bin ich!

Auf ihrer persönlichen Mindmap sammeln die Coachingteilnehmer ihre Werte, Interessen, Charaktereigenschaften, Wünsche und Fähigkeiten. Ute Michaelis hilft ihnen dabei, sie zu erstellen - schließlich ist es nicht einfach, so ausführlich über sich selber nachzudenken. Auch die Charaktereigenschaften aus der Vorstellungsrunde fließen mit ein - auf Annikas Mindmap tauchen die Eigenschaften "humorvoll", "lebhaft" und "beharrlich" auf.

8. Die Sicht von außen

Der nächste Schritt: Jede Mindmap wird von jemand anderem vorgestellt. Ronja stellt die Mindmap von Arne vor und er ihre. "Die ultimative Lobhudelei", nennt Ute Michaelis das. Denn es geht darum, die Fähigkeiten und Interessen herauszustellen. Sie schreibt auf einem großen Plakat mit, was in den Mindmaps der Teilnehmer steht. Denn als nächstes kommt ein wichtiger Schritt...

9. Die Kombination von Fähigkeiten und Interessen

Jeder Teilnehmer bekommt nun seine eigene "Berufematrix". Seine drei wichtigsten Stärken und seine drei wichtigsten Interessen stehen in einer Tabelle.

10. Die Meinung der anderen

Jetzt sind alle Teilnehmer gefragt: Welche Ideen für Berufe oder Studiengänge haben sie für die einzelnen Teilnehmer? Wie kann man Stärken und Interessen gut kombinieren? Ronja interessiert sich für Mode, ist kreativ und durchsetzungsfähig - vielleicht könnte ein Job im Marketing etwas für sie sein? Oder im Journalismus, bei einem Modemagazin? Oder vielleicht ein Modedesign-Studium? Ute Michaelis schreibt mit, während alle Coaching-Teilnehmer gemeinsam überlegen.

11. Ganz viele Ideen und ein Plan

Nach vier Stunden Coaching sind alle Teilnehmer ziemlich erschöpft - aber auch einen großen Schritt weiter. Sie alle nehmen viele Ideen mit nach Hause und auch eine Aufgabe. "Bleibt dran", sagt Ute Michaelis. "Das Coaching war ein super Anfang für eure Berufsorientierung."

12. Zum Ende noch ein Profitipp

Einen Tipp gibt Ute Michaelis ihren Teilnehmern noch. "Wenn ihr euch zwischen zwei Wegen nicht entscheiden könnt: Bittet zwei Freunde, für euch darüber ein Streitgespräch zu führen." Ein Freund kann zum Beispiel die These vertreten, dass es unbedingt das Journalistik-Studium sein muss, der andere für eine Ausbildung zum Mediengestalter plädieren. Beide müssen im Gespräch nun versuchen, sich gegenseitig zu überzeugen. "Ihr werdet dann schon merken, auf welcher Seite ihr seid und wem ihr gerne helfen möchtet".

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