Soll ich für die Ausbildung in eine andere Stadt ziehen?

Die Dienstagsfrage vom 11. Oktober 2016

Soll ich für die Ausbildung in eine andere Stadt ziehen?

An dieser Stelle beantworten wir jede Woche eine Frage. Wenn du auch eine Frage hast, melde dich gerne unter dienstagsfrage@blicksta.de bei uns!

Ist es einfach, für eine Ausbildung in eine andere Stadt zu ziehen? Alle meine Freunde wollen hier bleiben. Aber ich würde gerne umziehen. Geht das als Azubi überhaupt? Reicht mein Geld für einen Umzug? Gibt es finanzielle Hilfen oder sowas?

Für die Ausbildung in eine andere Stadt zu ziehen ist nichts Ungewöhnliches. Manche wollen einfach neue Erfahrungen sammeln, andere haben gar keine andere Wahl, weil sie in der Nähe ihrer Heimatstadt keine passende Stelle gefunden haben. Wenn du für die Ausbildung wegziehst, gibt es auf jeden Fall einiges zu beachten. Hier erfährst du, was.

Nicht nur die Stadt, auch der Ausbildungsplatz muss stimmen

Bevor du umziehen kannst, musst du natürlich erst mal wissen, wohin es überhaupt geht. Bei deiner Suche nach einem neuen Wohnort solltest du aber nicht nur danach gehen, wie toll du eine Stadt findest. Noch wichtiger ist, dass du dort eine geeignete Ausbildungsstelle findest. Erkundige dich am besten zuerst im Internet, welche Ausbildungsplätze aktuell angeboten werden. Hier bei blicksta und auf Online-Stellenbörsen wie ausbildung.de kannst du dir zu jedem beliebigen Ausbildungsberuf alle deutschlandweit verfügbaren Angebote auflisten lassen. Meist kannst du deine Suche dann auch noch auf eine bestimmte Region oder Stadt eingrenzen. Wenn du zum Beispiel schon weißt, dass du eine Ausbildung zurKauffrau für Tourismus und Freizeit machen willst, schaust du im nächsten Schritt, wo du diese Ausbildung machen kannst. Dann entscheidest du, wo du deine Bewerbung hinschicken willst.

Natürlich kannst du auch andersherum suchen: Indem du dich also erst auf eine bestimmte Region oder Stadt festlegst und dann schaust, welche geeigneten Ausbildungsplätze dort angeboten werden. Bei dieser Suchmethode kann es aber passieren, dass du keine Arbeit findest, die wirklich zu dir passt oder auf die du Lust hast. Falls du noch gar nicht weißt, welche Themen dich eigentlich interessieren und welche Ausbildung du machen sollst, mach den blicksta-Berufstest!

Übrigens: Wenn du noch nicht 18 Jahre alt bist, brauchst du für einen Umzug auf jeden Fall die Erlaubnis deiner Eltern. Denn als Minderjähriger bist du, laut Gesetz, noch nicht „geschäftsfähig“. Das heißt: Du darfst noch keine Verträge unterschreiben. Also auch keinen Mietvertrag. Den müssten dann also deine Eltern für dich unterzeichnen.

Eigene vier Wände, WG oder Wohnheim? So findest du die passende Bleibe

Wenn du einen Ausbildungsplatz ergattert hast und endlich weißt, wohin es geht, solltest du dich möglichst bald nach einer Wohnung umschauen. Aber wie willst du eigentlich wohnen? Mit anderen zusammen oder lieber alleine? Und wie viel Geld kannst du monatlich für die Miete ausgeben? Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie du als Azubi wohnen kannst:

  • eigene Wohnung: Du hast deine Wohnung ganz für dich alleine.
  • Wohngemeinschaft (WG): Du teilst dir die Wohnung mit anderen, hast aber dein eigenes Zimmer als Rückzugsort.
  • Wohnheim: Du hast deine eigene Mini-Wohnung, meist ohne Küche – die gibt es dann für die ganze Etage.

Wenn du auf Online-Immobilienportalen suchst, kannst du oft gleich den gewünschten Wohnungstyp mitangeben. Du bist dir aber noch gar nicht sicher, wie du wohnen möchtest? Dann schau dir jetzt die Vor- und Nachteile der drei Wohnungstypen an.

Die Vor- und Nachteile einer eigenen Wohnung

Das Gute an einer eigenen Wohnung ist, dass du nach deinen eigenen Regeln leben kannst. Du entscheidest selbst, wie du die Wohnung einrichtest und wann du sie putzt. Außerdem hast du eine Menge Platz und musst dich nicht auf ein kleines Zimmer beschränken. Der Nachteil einer eigenen Wohnung: Sie ist ziemlich teuer. Denn die Miete musst du ganz allein bezahlen. Abgesehen davon musst du alles, was man so zum Leben braucht, selbst organisieren: Lebensmittel, Haushaltsartikel usw. Außerdem kann es in den eigenen vier Wänden auch sehr einsam werden.

Die Vor- und Nachteile einer WG

Geselliger ist das Leben in einer WG. Wenn du mit anderen zusammenwohnst, hast du immer Leute um dich herum, mit denen du auch mal was unternehmen kannst. So hast du gute Chancen, dich schnell in der neuen Stadt zurechtzufinden. Außerdem hast du als WG-Bewohner weniger Ausgaben, denn die Miete teilst du dir mit den anderen. Manche teilen sich sogar die Kosten für den Wocheneinkauf. Doch das WG-Leben hat auch seine Nachteile: Du kannst nicht tun und lassen, was du willst. Damit das Zusammenleben klappt, braucht es gemeinsame Regeln, wie beispielsweise Putz- oder Einkaufspläne. Und an die sollten sich alle halten. In einer WG hast du oft auch weniger Ruhe. Während du vielleicht die Themen für deine nächste Prüfung durchgehst, hat einer deiner Mitbewohner Freunde zu Besuch, hört laut Musik oder macht Party. Gute Absprachen und Kompromisse sind in einer WG sehr wichtig.

Die Vor- und Nachteile eines Wohnheims

In einigen Städten gibt es Wohnheime nicht nur für Studenten, sondern auch für Azubis. Im Azubi-Wohnheim zu leben ist die günstigste Option – die Wohnungen dort sind schließlich auch sehr klein. Und weil man mit vielen Leuten auf einem Flur wohnt und sich oft auch eine Küche teilt, kann man relativ schnell Kontakte knüpfen. Wohnheime sind außerdem berühmt-berüchtigt für die Kellerpartys, die dort regelmäßig stattfinden. Gleichzeitig gibt es aber auch strenge Hausregeln, an die sich alle Bewohner halten müssen. Auf Dauer kann es im Azubi-Wohnheim etwas nervig sein, wenn man sich ständig mit anderen die Küche oder sogar das Bad teilen muss. Da kann es schon mal vorkommen, dass dein Lieblingsjoghurt plötzlich spurlos aus dem Kühlschrank verschwindet ...

Finanzcheck: Kann ich mir einen Umzug überhaupt leisten?

Die Entscheidung, ob eigene Wohnung, WG oder Wohnheim, hängt letztlich auch von deinen finanziellen Möglichkeiten ab. Überhaupt solltest du vor deinem Umzug mal genau ausrechnen, wie viel Geld dir später eigentlich im Monat zur Verfügung steht. Denn wenn du von zu Hause ausziehst, hast du es plötzlich mit einigen Kosten zu tun. Und zwar für:

  • Miete (plus Nebenkosten: Wasser, Heizung, Strom ...)
  • Kaution
  • Telefon- und Internetanschluss + Handy
  • Rundfunkbeitrag
  • Bus- und Bahntickets oder Spritkosten
  • Versicherungen
  • Lebensbedarf (Lebensmittel, Hygieneartikel ...)

BAB, BAföG und Co: finanzielle Hilfe vom Staat

Wenn du jetzt feststellst, dass du mit deiner Ausbildungsvergütung und der Unterstützung deiner Eltern später nicht auskommen wirst: keine Panik! Denn der Staat bietet dir in diesem Fall finanzielle Hilfe an, zum Beispiel mit derBerufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder auch im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG).

  • BAB gibt es für Auszubildende, die eine duale Ausbildung machen oder an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnehmen.
  • BAföG können Azubis beantragen, die eine schulische Ausbildung machen.
    Wie gut deine Chancen stehen, BAB oder Bafög zu erhalten, erklären wir dir in diesem Artikel. Für den Umzug kannst du bei der Bundesagentur für Arbeit zusätzlich noch die Umzugskostenbeihilfe beantragen. Das geht allerdings nicht im Internet, sondern nur nach einer Beratung in der Agentur vor Ort. Informier dich rechtzeitig vor dem geplanten Umzug.

Und jetzt?

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