"Unsere Tür steht immer offen"

Zwei Hamburger Berufsberater kümmern sich darum, dass jeder eine Chance bekommt

"Unsere Tür steht immer offen"

Jytte Ramm und Friedhelm Drewes sind Berufsberater bei der Bundesagentur für Arbeit in Hamburg. Sie beraten täglich Jugendliche zum Thema Berufsorientierung. Darunter sind auch viele, für die es etwas schwerer ist, einen Ausbildungsplatz zu finden - zum Beispiel, weil sie keinen Schulabschluss haben oder keine guten Noten.

Frau Ramm, wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

Ramm: Ich kümmere mich um Jugendliche, die Hilfe bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz brauchen. Es gibt ganz viele, die schon eine Idee haben, in welche Richtung es gehen soll. Manche wissen aber auch noch gar nicht, was sie machen möchten oder haben nur im Fernsehen etwas über einen Beruf gesehen, den sie dann auch machen möchten.
Drewes: Viele sind auch einfach erschlagen von den vielen Möglichkeiten, die es gibt. Man kann in Deutschland zwischen Hunderten von Ausbildungsberufen wählen, das ist wirklich nicht einfach.

Wie können Sie helfen?

Drewes: Wir schauen gemeinsam mit den Jugendlichen, was sie möchten und ob sie realistische Vorstellungen haben. Viele Berufe sind auch gar nicht bekannt. Tischler kennt jeder, den Parkettleger fast niemand. Dabei ist der eine gute Alternative, wenn es für den Tischler, zum Beispiel aufgrund der Zeugnisnoten, nicht reicht.
Ramm: Wir schauen natürlich auch, woher ein Berufswunsch kommt. Von dem Jugendlichen selbst? Von den Eltern? Von den Freunden?

Wie findet man denn einen Ausbildungsplatz, wenn die Noten nicht so gut sind?

Drewes: Unsere Türen stehen immer offen, egal, wo man gerade steht. Und gerade, wenn man vielleicht schon frustriert ist, weil man Absagen bekommt, sind wir eine gute Anlaufstelle. Wir schauen dann, welche alternativen Wege in den Beruf es gibt. Ein Praktikum ist beispielsweise immer eine gute Möglichkeit, den Chef von sich zu überzeugen. Außerdem schauen wir, ob sich der Jugendliche vielleicht einen anderen Beruf vorstellen kann, bei dem die Chancen etwas besser sind.
Ramm: Genau, wir versuchen, da auch mit Klischees aufzuräumen. Zum Beispiel bei den Gebäudereinigern. Da denken, viele, man müsste nur Toiletten putzen. Das stimmt schon lange nicht mehr.

Es gibt also immer einen Weg in die Ausbildung?

Drewes: Wir versuchen immer, die Jugendlichen zu bestärken. Es bringt nichts, wenn wir auf der Fünf in Mathe rumhacken, das machen schon andere genug. Wir schauen lieber, dass wir gemeinsam einen Weg finden.

Wie geht es weiter?

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