Was ist ein Berufsgrundschuljahr und was bringt mir das?

Die blicksta-Dienstagsfrage

Was ist ein Berufsgrundschuljahr und was bringt mir das?

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Was ist ein Berufsgrundschuljahr und was bringt mir das?

Das Berufsgrundschuljahr (BGJ) ist ein besonderes Angebot für Schülerinnen und Schüler der Hauptschule, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben. Der Bildungsgang bietet die Möglichkeit, innerhalb von einem Jahr noch einen höheren Schulabschluss draufzusetzen und gleichzeitig schon erste Berufserfahrungen zu sammeln. Das ist zum Bespiel sinnvoll, wenn du nach deinem Abschluss noch gar nicht so richtig weißt, was du überhaupt machen willst.

Welche Vorteile bietet mir das?

Ein BGJ bringt dir gleich doppelt etwas. Zum einen bekommst du eine erste berufliche Grundbildung in einem Berufsfeld deiner Wahl. Das Gute daran: Wenn du in dem gleichen Bereich später auch deine Berufsausbildung machst, wird dir das BGJ als erstes Ausbildungsjahr angerechnet. Deine Ausbildung dauert dann also nur noch zwei Jahre! Der zweite Vorteil eines BGJ: Du kannst noch einen höheren Schulabschluss erlangen.

Wenn du also bisher einen Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse hast oder machen willst, kannst du durch das Berufsgrundschuljahr einen Hauptschulabschluss nach der 10. erlangen (Abschlusstyp 10 A). Damit stehen dir später mehr Ausbildungsoptionen offen. Denn mit dem Abschluss 10 A ist neben dem Berufskolleg auch der Besuch einer Fachschule möglich – das geht mit einem Abschluss nach nur neun Schuljahren nicht. Und wenn du das BGJ gut abschließt, dann ist am Ende sogar die mittlere Reife (Abschlusstyp 10 B) drin! Damit könntest du später aufs Gymnasium oder auf die Gesamtschule wechseln und das Abitur machen. Ein BGJ lohnt sich also selbst dann, wenn du den Hauptschulabschluss nach der 10. Klasse schon in der Tasche hast.

Wann genau ist ein Berufsgrundschuljahr für mich sinnvoll?

Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen sich ein BGJ für dich lohnen kann. Zum Beispiel, wenn ...

  • du keinen Ausbildungsplatz gefunden hast: Bei einem Schulabschluss nach der 9. Klasse ist ein BGJ dann sogar Pflicht! Mit einem Abschluss nach der 10. könntest du in der Zeit noch die mittlere Reife (10 B) nachmachen.
  • du die mittlere Reife nicht geschafft hast: Mit dem BGJ erhältst du eine neue Chance, die mittlere Reife nachzuholen.
  • dein Ausbildungsbetrieb erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr ausbildet: In manchen Betrieben ist das der Fall. Dann solltest du das BGJ in der jeweiligen Berufsrichtung machen, damit es auch als erstes Ausbildungsjahr angerechnet wird.
  • du dich noch nicht auf einen bestimmten Beruf festlegen willst: Im BGJ musst du dich zwar auf eine Berufsrichtung, aber noch auf keinen konkreten Beruf festlegen. Nutze also die Zeit, um herauszufinden, ob du in dem Bereich später auch wirklich arbeiten willst.

Für welche Berufsrichtungen kann ich mich entscheiden?

Du musst dich vorab auf ein Berufsfeld festlegen, das du im Berufsgrundschuljahr näher kennenlernen willst. Meist kannst du einen der folgenden Bereichen auswählen: Wirtschaft & Verwaltung, Metalltechnik, Elektrotechnik, Bautechnik,Holztechnik, Agrarwirtschaft, Textiltechnik & Bekleidung, Naturwissenschaften (Chemie, Physik, Biologie), Drucktechnik,Farbtechnik & Raumgestaltung, Körperpflege, Gesundheit oder auch Erziehung & Soziales. Hier erhältst du einen Überblick, welche konkreten Berufe du in diesen Bereichen später ausüben könntest.

Und wie läuft so ein Berufsgrundschuljahr ab?

Das Berufsgrundschuljahr dauert – wie der Name schon verrät – meist ein Jahr. Normalerweise gehst du dann von montags bis freitags zur Berufsschule, wo du das nötige Wissen und die praktischen Fähigkeiten in dem jeweiligen Fachbereich erlernst. Wie auf der Hauptschule auch, hast du einen Stundenplan mit verschiedenen Fächern, in denen du unterrichtet wirst. Es gibt aber auch noch eine besondere Variante des BGJ: Dabei besuchst du nur an drei Tagen in der Woche die Berufsschule, an den restlichen zwei Tagen machst du ein Praktikum in einem Unternehmen. So kannst du das erlernte Wissen gleich praktisch anwenden. Diese Variante wird allerdings nicht überall angeboten.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Du solltest deinen Hauptschulabschluss (nach der 9. oder 10. Klasse) in der Tasche haben. Für Schülerinnen und Schüler, die ohne Abschluss die Schule abgebrochen haben, ist zuvor der Besuch eines Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ) verpflichtend.

Und jetzt?

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