Wie du Abi oder Fachabi (nach)machen kannst

Berufsschule, Kolleg, Abendgymnasium: Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt

Wie du Abi oder Fachabi (nach)machen kannst

Warum es sich lohnt, die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife zu machen? Diese Abschlüsse ermöglichen dir den Zugang zum Studium an Fachhochschulen und Universitäten und eröffnen dir ganz neue Karriereperspektiven. Außerdem gibt es einige Ausbildungsberufe, in denen vor allem Abiturienten eingestellt werden.

Die Möglichkeiten, Schulabschlüsse nachzuholen, sind sehr vielfältig und in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Wir können dir an dieser Stelle daher nur einen ersten Überblick geben. Weitere ausführliche Infos findest du unter anderem auf der Website der Bundesagentur für Arbeit. Übrigens: Du hast unter Umständen Anspruch auf elternunabhängiges Schüler-BAföG.

Der erste Bildungsweg

Wenn du deinen mittleren Bildungsabschluss in der Tasche hast und frisch von der Haupt- oder Realschule kommst, kannst du im Anschluss in eine gymnasiale Oberstufe wechseln. Die Voraussetzung dafür ist, dass du den sogenannten Q-Vermerk hast. Auf dem Gymnasium kannst du dann den schulischen Teil deiner Fachhochschulreife oder dein Abitur machen. Den beruflichen Teil der Fachhochschulreife erwirbst du durch eine Berufsausbildung oder ein Praktikum (ein halbes bis ein Jahr – je nach Bundesland).

Außerdem steht dir mit einem mittleren Bildungsabschluss der Weg an eine Fachoberschule offen. Dort entscheidest du dich für eine Berufsrichtung, zum Beispiel Sozial- und Gesundheitswesen, Agrarwirtschaft oder Gestaltung und machst deine fachgebundene Fachhochschulreife. Fachgebunden bedeutet, dass du danach nur Fächer aus diesen Fachrichtungen an der Fachhochschule studieren darfst. Manche Fachoberschulen bieten auch das fachgebundene Abitur an.

Darüber hinaus gibt es einige Berufsschulen, die eine Doppelqualifikation anbieten. Das bedeutet im Klartext: Du schließt nicht nur deine Ausbildung ab, sondern machst auch deine Fachhochschulreife oder deine allgemeine Hochschulreife. Dafür musst du aber auch mehr tun als deine Mitschüler. Du hast zusätzliche Unterrichtsstunden und eine Extra-Abschlussprüfung. Erkundige dich vorher, an welcher Berufsfachschule das möglich ist. Einen ersten Überblick bekommst du hier.

An einer Höheren Handelsschule kannst du ebenfalls den schulischen Teil deiner Fachhochschulreife machen.

Der zweite Bildungsweg

Du hast schon eine Berufsausbildung gemacht und/oder ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt? Dann gibt es verschiedene Wege für dich, den schulischen Teil der Fachhochschulreife oder das Abitur nachzuholen – auch mit Hauptschulabschluss! Übrigens: Der Freiwillige Wehrdienst oder der Freiwilligendienst zählen auch zur Berufserfahrung.

  • Abendschule: Tagsüber geht’s zur Arbeit und abends in die Schule. Bevor du dich für diesen Weg entscheidest, solltest du dir klarmachen, dass du für eine Weile sehr wenig Freizeit haben wirst. Hausaufgaben, Referate, Lernen für Prüfungen ... Das läuft alles noch nebenbei. Dafür brauchst du dir keine Gedanken über die Finanzierung zu machen, denn du bekommst dein normales Gehalt vom Arbeitgeber. Du kannst auch zur Abendschule gehen, wenn du nicht berufstätig bist.
  • Kolleg: Im Gegensatz zur Abendschule erfolgt der Unterricht am Kolleg in Vollzeit. Das heißt, du gehst jeden Tag zur Schule und schließt sie mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife oder der allgemeinen Hochschulreife ab.
  • Abitur-Online: An zwei Tagen in der Woche gehst du zu einem Berufskolleg. An den anderen Tagen lernst du zu Hause am Computer, über eine Lernplattform.
  • Nichtschülerprüfung: Du meldest dich bei der zuständigen Schulbehörde für die Prüfung an. Den Stoff lernst du entweder zu Hause in Eigenregie, in einem Vorbereitungskurs an der Volkshochschule oder in einem Fernkurs.
  • Begabtenprüfung: Wenn du schon einige Jahre in deinem Beruf arbeitest, kannst du dich zur Begabtenprüfung anmelden und deine allgemeine Hochschulreife erwerben. Sie ist für „besonders befähigte Berufstätige“ gedacht, die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und mindestens fünf Jahre in ihrem Beruf arbeiten.

Wie geht es weiter?

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