Wie finde ich heraus, ob ich als Lehrerin geeignet bin?

Die Dienstagsfrage vom 23. August 2016

Wie finde ich heraus, ob ich als Lehrerin geeignet bin?

An dieser Stelle beantworten wir jede Woche eine Frage. Wenn du auch eine Frage hast, melde dich gerne unter dienstagsfrage@blicksta.de bei uns!

Ich möchte eigentlich total gerne Lehrerin werden, habe aber Angst, dass ich dem nicht gewachsen bin. Wie finde ich das heraus?

Zuerst einmal ist es super, dass du schon genau weißt, was du gerne machen möchtest. Schließlich ist das Interesse am Fach oder Beruf das Wichtigste, wonach du dein Studium auswählen solltest. Es ist auch gut, dass du Respekt vor der Aufgabe hast, als Lehrer zu arbeiten - das zeigt, dass du da nicht leichtfertig rangehst. Ein paar Dinge kannst du natürlich tun, um einzuschätzen, ob du für diesen Beruf geeignet bist.

Ehrlich zu sich selbst sein

Natürlich kennt jeder Schüler den Beruf des Lehrers und weiß, was Lehrer machen. Aber wie es wirklich ist, als Lehrer zu arbeiten, kann man sich als Schüler dann doch oft nicht vorstellen. Natürlich braucht man, wie bei jedem Beruf, bestimmte Voraussetzungen. Neben den formellen Voraussetzungen wie den passenden Noten braucht man für den Lehrerberuf ganz bestimmte Eigenschaften, zum Beispiel Durchsetzungsvermögen, starke Nerven und Einfühlungsvermögen. Überlege einmal, welche Lehrer du gerne magst und schreib dir auf, welche Eigenschaften sie haben, die du besonders wichtig für den Beruf findest.

Oft ist man strenger zu sich selbst und sieht sich kritischer, als andere das tun. Deshalb überlege natürlich selbst, ob du diese Eigenschaften erfüllst - aber sprich unbedingt auch mit anderen darüber. Deine Familie und Freunde können dich bestimmt gut einschätzen und dir sagen, ob sie dich für geeignet halten. Einiges lernt man aber natürlich auch noch im Studium, also sei nicht zu streng mit dir. Vielleicht helfen dir auch Tests, dich besser einzuschätzen, zum Beispiel der blicksta-Persönlichkeitstest, mit dem du einige Eigenschaften von dir besser kennenlernen kannst.

Praktische Erfahrungen sammeln

Am besten kann man seine Fähigkeiten einschätzen, wenn man sie einfach mal ausprobiert. Denn woher soll man wissen, ob einem ein bestimmter Beruf gefällt? Dafür sind Praktika ideal, dabei bekommst du einen ersten Einblick in die Aufgaben als Lehrer.

Das Lehramtsstudium ist in jedem Bundesland in Deutschland ein bisschen anders geregelt. In vielen Bundesländern musst du während des ersten Studienjahres oder sogar schon vor Beginn des Studium ein Orientierungspraktikum an einer Schule machen. Wenn du das gerne schon machen möchtest, bevor du anfängst zu studieren, überprüfe auf der Internetseite deiner Wunsch-Uni, ob ein Praktikum vor dem Studium angerechnet werden kann. Falls nicht, kannst du vielleicht ein freiwilliges Praktikum an einer Schule machen. Vielleicht hast du ja direkt nach dem Abi noch Zeit dafür, bevor die Ferien losgehen? Keine Angst, du wirst dabei nicht vor gleichaltrigen Schülern stehen. Die meisten Schulen achten darauf, dass die Praktikanten in den jüngeren Klassen eingesetzt werden. Oder du machst ein Praktikum an einer Grundschule.

Um herauszufinden, ob du gerne mit Kindern arbeitest, kannst du vielleicht auch in anderen Bereichen praktische Erfahrungen sammeln. Es gibt viele Bereiche, in denen man sich ehrenamtlich engagieren und mit Kindern und Jugendlichen arbeiten kann. Zum Beispiel in Sport- oder Musikvereinen, als Trainer von Jugendgruppen oder in der Jugendarbeit, die oft von der Stadt oder der Kirche angeboten wird. Vielleicht gibt es bei dir in der Gegend etwas Passendes, wo du erste Erfahrungen sammeln und so ausprobieren kannst, ob du für diese Arbeit geeignet bist?

Mit Experten sprechen

Auch wenn du als Schüler natürlich ständig Kontakt zu Lehrern hast, solltest du mit Experten über den Lehrerberuf sprechen. Denn auch wenn du in der Schule täglich Lehrer siehst, kennst du als Schüler nicht alle Aufgaben, die ein Lehrer hat. Um das genauer herauszufinden, kannst du zum Beispiel zur Studienberatung an einer Universität gehen. Oft gibt es sogar spezielle Beratungen für Lehramtsfächer. Dort sitzen Experten, die dir helfen können, deine persönliche Eignung einzuschätzen. Außerdem können sie dir genau erklären, wie das Studium abläuft und was du zum Beispiel bei der Wahl der Fächer beachten musst.

Natürlich sind Lehrer selbst auch perfekte Experten für dich. Vielleicht hast du einen guten Draht zu einem deiner Lehrer und kannst mit ihm über deinen Berufswunsch sprechen und auch darüber, dass du dir unsicher bist, ob du geeignet bist. Vielleicht gibt es Referendare an deiner Schule? Die sind ja oft nicht viel älter als du und können sich bestimmt noch selbst gut an ihre Berufswahl erinnern. Falls du niemanden kennst, mit dem du sprechen möchtest, findest du vielleicht auch über das Internet Kontakt zu Lehrern - zu vielen Studiengängen gibt es Foren oder Facebook-Seiten, wo sich Interessierte austauschen. Bei blicksta findest du auch ein Interview mit einem Experten, der über den Rollenwechsel an der Schule spricht.

Zum Schluss nur noch ein Tipp: wenn du dir sicher bist, dass du den Beruf gerne ausüben möchtest, dann ist das eine super wichtige Voraussetzung. Denn dann wirst du Spaß daran haben und dein Bestes geben - fast alles andere kann man während des Studiums noch lernen.

Und jetzt?

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