Zum Schüleraustausch in die USA: „Chicago, ich komme“

Imke van Bentum (16) ist Austauschschülerin in den USA. Sie berichtet in mehreren Beiträgen von ihren Erlebnissen jenseits des Atlantiks

Zum Schüleraustausch in die USA: „Chicago, ich komme“
Imke startet mit einem Rückblick auf ihre aufregende Anreise und die ersten Wochen in ihrem neuen Zuhause bei Chicago. Los geht's:

Ein Jahr voller Abenteuer. Das hat die Organisation uns versprochen, und so hat es dann auch gleich angefangen. Ich bin mit meiner Familie, Mama, Papa und Schwestern, zum Flughafen in Frankfurt gefahren. Erst dort hat man uns mitgeteilt, dass mein Flug nach Chicago über Kopenhagen gecancelled wurde. Die Fluggesellschaft hatte mich einfach auf eine andere Strecke umgebucht, ohne uns etwas davon zu sagen.

Schock beim Abflug

Das Problem: Über London und Newark wäre ich erst um Mitternacht in Chicago angekommen statt wie geplant gegen 14 Uhr. Allein das erste Mal über so eine lange Strecke fliegen und dann auch noch mehrmals umsteigen? Ziemlich angsteinflößend! Der Mann am Schalter war erst ziemlich verwirrt und dann so nett und hat alles Mögliche versucht, um eine bessere Verbindung zu finden, was er auch geschafft hat.

Der nächste Schock hat aber schon gewartet: Der Alternativ-Flug über Boston ging schon in 10 Minuten. Also sind wir alle zum entsprechenden Gate gerannt und ich habe in wenigen Sekunden „Tschüss” gesagt. Weg war ich. Ich war so aufgeregt und hatte überhaupt keine Zeit nachzudenken oder über den Abschied traurig zu sein. Trotzdem war ich ziemlich zittrig und habe alle gefragt, ob sie mich vorlassen, weil mein Flug in wenigen Minuten geht. Dabei habe ich eine nette Australerin getroffen, die mir dann in Frankfurt und Boston geholfen hat, weil sie im selben Flieger saß. Von Boston bin ich weiter nach Chicago geflogen und sicher bei meiner Gastfamilie angekommen – allerdings ohne meinen Koffer. Der war in Boston einfach nicht umgeladen worden. Der Empfang durch die Menschen, bei denen ich ein Jahr wohnen werde, war dafür so herzlich und lieb. Sie hatten sogar ein Plakat für mich gemacht. Ich hatte zuvor schon mehrfach mit meiner Gasteltern geskypt und oft mit ihnen gemailt, aber sie dann wirklich zu treffen, war erstmal überwältigend.

Mein erstes Training

Am Abend meiner Ankunft sind wir zu Portillos essen gegangen. Das Restaurant ist in der Chicagoer Umgebung ziemlich bekannt für seine Hot Dogs, Burger und andere Fleischgerichte. Am nächsten Morgen ging es dann gleich zu meiner Highschool, an der ich nun für ein Jahr einen Großteil meiner Zeit verbringen werde. An der „Registration“ habe ich meinen Stundenplan bekommen, dann waren wir beim Sportdirektor und der hat mich gefragt, wo ich mitmachen will. Ich habe mich für Cross Country (kurz XC) entschieden – und dann kam die nächste Überraschung. Ich hatte direkt am nächsten Morgen Training. Vor allem hatte ich ein bisschen Sorge, dass ich nichts anzuziehen habe, da mein Koffer ja immer noch nicht da war. Doch zum Glück kamen meine Sachen noch am Vormittag, also stand dem Training nichts mehr im Wege.



Ich bin auch in Deutschland manchmal Joggen gegangen, habe mir aber trotzdem Gedanken darüber gemacht, dass ich beim Cross Country weit hinterherhänge. Das war aber nicht so, weil auch nicht alle aus dem Team im Sommercamp trainiert haben und der Coach hat mich sogar gelobt und gesagt, das nächste Mal laufe ich die längere Distanz mit den anderen Mädchen. Mittlerweile gehöre ich zu der zweitbesten Gruppe und das ist schon ziemlich cool, weil hier wirklich viele gute Läuferinnen dabei sind. Wir trainieren bis auf Sonntag jeden Tag und laufen mehrere Meilen, was anstrengend, aber ein gutes Gefühl ist. Beim ersten schulinternen Wettkampf hat mein Team übrigens gewonnen und wir durften uns einen Preis aussuchen. Ich habe ein Teamshirt vom vorigen Jahr ausgesucht.

Pasta-Essen vor dem Wettkamp

Ich habe schon so viele Leute kennen gelernt und neue Freunde gefunden, und alle sind so begeistert und stellen viele Fragen, wenn sie hören, dass ich eine deutsche Austauschschülerin bin. Schon kurz nach meinem Start hier war ich mit ein paar Mädels vom Team im Kino und wir haben uns zusammen ‘If I stay’ angeschaut. Ein paar Tage später  haben wir ein Pasta-Essen gemacht, was hier sozusagen Tradition ist am Abend vor einem Wettkampf. Mit den Mädchen aus dem Team habe ich mich schon richtig gut angefreundet und viele bezeichnen das Team oft als zweite Familie.

So viel erst mal von mir aus meinen ersten Wochen in Chicago. Es ist viel besser, als ich es mir je hätte vorstellen können! 

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